Christina Günther aus Ergste wurde per Zufall Autorin

Neuer Roman erschienen

Langsam erholt sich die Stimme von Liane Mars alias Christina Günther wieder. Hinter der Ergsterin liegen vier Tage Leipziger Buchmesse. Ihre Stimmbänder hat sie dort arg strapaziert bei unzähligen Gesprächen mit Autoren, Lesern und Verlagsvertretern – und einer Lesung aus ihrem frisch erschienen Fantasy-Roman „Funkenmagie“.

ERGSTE

, 01.04.2017, 08:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich ist Christina Günther freie Radio-Reporterin und -Sprecherin. Das Schreiben war lange Zeit nur Hobby. Mit sechs Jahren fing die Ergsterin an, Geschichten zu schreiben. Die erste handelte von ihrem Kuscheltier, dem Pferdchen Samurai.

Und schon damals beflügelte die Magie die Gedankenwelt der kleinen Christina. Denn in ihrer Erzählung konnte sie Samurai groß und klein zaubern. Das Kuscheltier hat noch immer einen Ehrenplatz in ihrer Wohnung, in der sie mit ihrem Ehemann und zwei Wellensittichen wohnt.

Erstes Buch per Zufall veröffentlicht

Zwischendurch ließ Christina Günther das Schreiben einige Jahre sein. „Ich dachte, das veröffentlicht doch eh keiner“. Nach einer Lehre zur Verlagskauffrau studierte sie Medienwissenschaften und wurde Journalistin – mit Sprache hatte sie also immer zu tun. Doch mittlerweile verdient Christiane Günther auch mit ihren Büchern gutes Geld.

Dass ihre Geschichten auch eine Leserschaft gefunden haben, war allerdings ein großer Zufall. Eigentlich wollte Christina Günther damals einen Radiobericht über Hobbyautoren und ihre unerfüllten Träume machen. Kurz vorher sagte ihr allerdings die junge Autorin ab, mit der sie die Geschichte machen wollte.

Damit ihr die Reportage nicht platzte, machte die 33-Jährige kurzerhand einen Selbstversuch. Schließlich hatte sie noch ihren Fantasy-Jugend-Roman „Aeri“ in der Schublade liegen. Sie reichte ihn für die Reportage testhalber ein – und fand auf Anhieb einen Verlag, der ihn 2015 herausbrachte. „Der erste Schuss ein Treffer, da hatte ich Blut geleckt“, erinnert sich Christina Günther an den Erfolgs-Moment zurück.

Teilen konnte sie ihr Glück allerdings nur mit ihrer Familie. „Ich habe das niemandem erzählt, weil es mir anfangs peinlich war“, sagt die 33-Jährige. „Ich wurde immer belächelt, wenn ich erzählt habe, dass ich Fantasy schreibe.“ Deshalb veröffentlicht sie ihre Romane unter dem Pseudonym Liane Mars. Und auch, um ihre Schriftstellerei von ihrem Beruf als Journalistin abzugrenzen. Schnell nahm die Autoren-Karriere von Liane Mars Fahrt auf. Der Verlag wünschte sich eine Fortsetzung von Aeri, daraus wurde die Trilogie „Das Band der Magie“.

Neuer Roman: „Funkenmagie  – Farbenspiel der Macht“

Am Samstag, 25. März, ist Liane Mars neuester Fantasy-Roman „Funkenmagie  – Farbenspiel der Macht“ im Drachenmond-Verlag erschienen. Die Protagonistin Inea verliebt sich in den geheimnisvollen Krieger Eeamon, der ihr Volk retten soll. Doch durch die Liebe verliert er seine Magie. Nur wenn er die Frau, die er liebt, tötet, kann er seine Bestimmung erfüllen.

Liane Mars schickt die beiden auf eine gefahrvollen Weg. Für ihre wichtigste Testleserin, ihre Schwägerin, hat sie das Ende des Romans noch einmal komplett umgeschrieben. „Das eigentliche Ende von Funkemagie war ihr zu düster“, verrät Christina Günther.

Den Kopf voll neuer Ideen

Mittlerweile hat sich die junge Autorin auch noch auf ein anderes schriftstellerisches Terrain gewagt: Liebesromane und -hefte. „Das macht einfach Spaß und geht mir leicht von der Hand“, sagt Christina Günther, „da bin ich ganz Mädchen.“

In diesem Genre publiziert sie unter dem Pseudonym Cathy Bell. Für die Reihe „Cora“ hat sie einige Hefte geschrieben, die im Sommer herauskommen. Ebenso wie ihr erster Liebesroman, der bisher den Arbeitstitel „Pepes Frauchen ihr Herz“ trägt. Für den hat Christina Günther auf der Leipziger Buchmesse einen Preis entgegennehmen dürfen: den Books2read-Award 2017 vom Verlag Harper & Collins.

Die Liebesgeschichte spielt in Olpe und entspinnt sich um einen Mord. „Die Idee dazu kam mir während einer Pressekonferenz zum Thema Straßenbau“, erinnert sich Christina Günther an die Geburt des Romans. Überhaupt sprudelt es in ihrem Kopf nur so vor Ideen. Im Oktober kommt schon ihr nächster Fantasy-Roman heraus, der bisher den Arbeitstitel „Bin hexen, wünscht mir Glück trägt“.

Die Zeiten, in denen Christina Günther ihre Schriftstellerei lieber geheim hielt, sind längst vorbei. Zu ihren Lesern sucht sie über ihren Autorenblog im Internet den Austausch. Und stolz präsentiert sie ihre Bücher auch bei Lesungen. Wie zum Beispiel auf der Leipziger Buchmesse, wo sich ihr Buch am Messestand des Verlags so großer Beliebtheit erfreute, dass es schließlich sogar vergriffen war.

Bücher und Geschichten
Funkenmagie – Farbenspiel der Macht, Fantasy-Roman
Das magische Band, Fantasy-Trilogie
Der Gesang des Sturms, Fantasy-Roman in zwei Bänden
Kurzgeschichte in der Anthologie „The U-Files – die Einhorn Akte“
Pepes Frauchen ihr Herz, Liebes-Roman, geplante Veröffentlichung im Sommer
Bin hexen, wünscht mir Glück, Fantasy-Roman, geplante Veröffentlichung im Oktober.

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