City-Brache ade? Investor will 43 Wohnungen bauen

Ex-Gelände Becker und Fleer

Halb abgerissene Hallen und von Pflanzen überwucherte Trümmer - acht Jahre lang liegt das ehemalige Betriebsgelände des Stahlhandels Becker und Fleer mittlerweile brach. Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit: Ein Investor will viele neue Wohnungen auf dem Gelände nahe der Innenstadt errichten.

SCHWERTE

, 16.06.2017 / Lesedauer: 3 min

Ein Investor aus Bergkamen möchte auf das einstige Gelände des Stahlhandels Becker und Fleer 43 barrierefreie Wohnungen bauen. Das schrieb Stadtplaner Adrian Mork in einer Vorlage für den Planungsausschuss, die an die Ratsmitglieder versandt wurde.

Pläne für Bebauung vormals mehrfach gescheitert

Bei der Stadtverwaltung ist man froh, denn die Brache war vielen über Jahre ein Dorn im Auge. Der Stahlhandel war vor acht Jahren aus der Mitte der Stadt ins Gewerbegebiet Nattland nach Westhofen gezogen. Die ehemaligen Hallen hatte man an eine Firma verkauft, die hier ein Pflegeheim mit angegliederten Wohnungen bauen wollte. Doch daraus wurde nichts. Erst sprang dem Bauherrn sein Betreiber für das Heim ab, dann fand man keinen neuen.

Zumindest das Grundstück samt Bebauungsplan konnte der erste Investor dann an eine Firma namens „Vor den Gärten GmbH“ verkaufen. Die war wohl eigens für dieses Projekt gegründet worden, denn das Pflegeheim sollte Vor den Gärten heißen. Die Firma hatte zwar angefangen, die Hallen abzureißen, aber bald die Arbeit eingestellt. Vermutlich wegen finanzieller Probleme. Die Stadt konnte aber nicht aus dem Vertrag aussteigen. „So lange der Vorhaben- und Entwicklungsplan für das Grundstück galt, konnte man nichts machen“, begründet Stadtsprecher Carsten Morgenthal.

Wohnhaus soll Zufahrt weichen

Der neue Investor will das Haus an der Kantstraße 9 abreißen und an der Wilhelmstraße ein Haus für seine Wohnungen mitnutzen. Das Areal bekommt eine Tiefgarage, die von der Kantstraße aus befahrbar wird. Die Gebäude direkt an der Straße sind zweigeschossig mit einem ausgebauten Satteldach als drittes Geschoss geplant; die in zweiter Reihe liegenden Häuser jeweils ein Stockwerk höher. Im Inneren der neuen Anlage solle ein Innenhof entstehen, der zum einen begrünt wird, zum anderen aber auch von der Müllabfuhr befahren werden kann. Außerdem soll hier künftig die Zufahrt zu den Parkplätzen an der Wilhelmstraße 16 untergebracht werden, so die Vorlage von Adrian Mork.

Am Dienstag, 27. Juni, soll über den Bebauungsplan des einstigen Stahlhandel-Geländes im Planungsausschuss des Rates beraten werden. Der tagt öffentlich im Rathaus, Rathausstraße 31, ab 17 Uhr.

Firma musste Vertrag übernehmen

Der erste Investor, die IBAC, wollte „Barrierefreie Servicewohnungen“ mit Einrichtungen für ambulante Pflege und Service in einem dreigeschossigen, L-förmigen Komplex bauen.
112 Jahre hatte dort der Stahlhandel Becker und Fleer sein Quartier, bevor der 2009 ins Gewerbegebiet Nattland zog.
Den Durchführungsvertrag, den der erste Investor mit der Stadt geschlossen hatte, musste die „Vor den Gärten GmbH“ beim Kauf des Areals übernehmen.
Der Vertrag sah einen Bau bis Ende 2016 vor. Erst danach konnte die Stadt einen neuen Bebauungsplan erstellen lassen.
Der alte Bebauungsplan wurde vom Rat aufgehoben.

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