Corona an Gesamtschule: Bisher gab es an keiner Schule im Kreis größere Auswirkungen

rnCorona in Schwerte

Zwei Schüler der Gesamtschule Gänsewinkel sind positiv auf Corona getestet worden. Das hat aber Auswirkungen auf viele Menschen in Schwerte. Denn die Zahl der Kontaktpersonen ist hoch.

Schwerte

, 29.09.2020, 13:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Kinder einer siebten Klasse und die Schüler des kompletten zehnten Jahrgangs der Gesamtschule am Gänsewinkel war am Dienstagmorgen bereits vor dem ersten Klingeln Schulschluss. Wegen bestätigter Corona-Fälle mussten die Schülerinnen und Schüler wieder nach Hause.

„Es ist bislang der größte Fall, den wir an einer Schule im Kreis in dieser Art hatten“, sagt Max Rolke, Pressesprecher des Kreises Unna. Am Morgen habe man die positiven Testergebnisse von zwei Schülern bekommen. Daraufhin wurde die Schule benachrichtigt, die Kontaktpersonen wurden ausgemacht.

Insgesamt 220 Menschen (Stand: Dienstag, 15 Uhr), überwiegend Schülerinnen und Schüler, müssen demnach jetzt zum Coronatest und anschließend in Quarantäne. Die ersten Tests begannen bereits am Dienstag, so der Kreis. Die Stadt ergänzt, das Gros finde am Donnerstag statt.

Die Quarantäne gilt laut Kreis auch dann, wenn man ein negatives Testergebnis bescheinigt bekommt. „Denn das könne ja auch nur eine Momentaufnahme sein“, so Rolke. Außerdem gebe es immer wieder falsche negative Testergebnisse. So dass für die Kontaktpersonen jetzt auf jeden Fall eine 14-tägige Quarantäne gelte.

Kreis benachrichtigte am Dienstagmorgen die Schule

„Wir haben die Nachricht erst am Morgen vom Kreis Unna bekommen und die Schüler sofort nach Hause geschickt“, so Schulleiter Jürgen Priggemeier auf Anfrage. Weil die zehnten Klassen bereits im Kurssystem unterrichtet werden, musste hier der gesamte Jahrgang wieder nach Hause. In der Jahrgangsstufe sieben kann so etwas noch im Klassenverbund geregelt werden.

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Aber Priggemeier hat für die betroffenen Eltern auch ein wenig positive Nachrichten im Gepäck. Da die betroffenen Kinder am Montag nicht in der Schule waren und davor das Wochenende lag, waren sie alle seit Freitag nicht mehr in der Schule. Das vergrößert die Chance, dass es keine weiteren Ansteckungen gab.

Für sein Handeln lobt die Stadt den Schulleiter. „Er hat schnell und richtig reagiert“, sagt Jenny Golombek, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Schwerte. Die schnelle Information durch das Gesundheitsamt des Kreises Unna und die Weitergabe an die Stadt Schwerte als Schulträgerin spreche für die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen. Bürgermeister Dimitrios Axourgos mahnte in einer Pressemitteilung am Nachmittag zur Besonnenheit. „Die Lage ist ernst, aber es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen.“

„Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben sich die Schüler nicht in der Schule infiziert“, wird Peter Kranhold, Leiter des Schulverwaltungsamtes der Stadt Schwerte, in derselben Pressemitteilung zitiert. Er verwies auf die hohen Hygienestandards, die, wie auch an anderen Schulen in Schwerte, an der Gesamtschule Gänsewinkel festgeschrieben seien. Die Gesamtschule achte sehr genau auf Regeln wie Abstand, Maskenpflicht sowie Desinfektionen und deren Einhaltung.

„Haben die Infektionsketten noch im Griff“

Noch habe man die Infektionsketten im Griff, sagt Kreissprecher Rolke. Doch immer wieder habe es in den vergangenen Tagen Corona-Fälle an Schulen gegeben. Bislang habe aber das Konzept mit Quarantäne und Test geholfen, wie zuletzt bei einer Gesamtschule in Bergkamen. Dort habe man aber im Gegensatz zu Schwerte nur 80 Kontaktpersonen ausmachen können. 220 sei da schon eine andere Hausnummer. Vor allem die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 hätten regen Kontakt untereinander gehabt.

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Nicht in Quarantäne müssen Kontaktpersonen der Kontaktpersonen. „Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten Covid-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne“, schreibt der Kreis dazu auf seiner Homepage.

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