Corona-Massentests in Seniorenheimen: Kreis schickt Laborteams los

rnCorona in Schwerte

Weil der Kreis Unna zum Corona-Risikogebiet erklärt worden ist, müssen Bewohner und Mitarbeiter sämtlicher Seniorenheime getestet werden. Die Aktion bleibt vermutlich nicht einmalig.

Schwerte

, 15.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war schon eine logistische Meisterleistung gefragt. Seine sämtlichen 92 Mitarbeiter musste Einrichtungsleiter Stefan Weizmann auf die Schnelle im Klara-Röhrscheidt-Haus zusammentrommeln. Aus allen Bereichen von der Altenpflege bis zum Wäschereidienst, aus allen Dienstschichten von früh bis in die Nacht. In einer Schlange standen sie am Mittwochmorgen vor dem Garteneingang des Cafés Unter den Linden, das ruckzuck zum „Sprechzimmer“ für die Mitarbeiter des Labors umfunktioniert worden war, die das Gesundheitsamt zu allen Altenheimen im Kreis Unna ausschwärmen ließ.

Flächendeckender Test ist vom NRW-Gesundheitsministerium verlangt

Nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Bewohner müssen komplett auf Corona getestet werden, weil der Kreis Unna vom Robert-Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt worden ist, nachdem die Zahl der Neuinfizierten innerhalb von sieben Tagen den Grenzwert von 50 pro 100.000 Einwohner überschritten hatte. „Wir sind gestern (Dienstag, d. Red.) damit angefangen“, berichtet Kreis-Sprecherin Constanze Rauert. Dieses Vorgehen fordere die „Allgemeinverfügung Pflege und Besuche“, die das NRW-Gesundheitsministerium schon am 27. August erlassen habe, für alle Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Die Mitarbeiter des Klara-Röhrscheidt-Hauses steckten ihre Krankenkassenkarte in das Lesegerät, dann erhielten sie ihr Teströhrchen.

Die Mitarbeiter des Klara-Röhrscheidt-Hauses steckten ihre Krankenkassenkarte in das Lesegerät, dann erhielten sie ihr Teströhrchen. © Reinhard Schmitz

Für den Kreis Unna eine Mammutaufgabe. Insgesamt, so berichtet Constanze Rauert, müssen die Tests in 135 Einrichtungen mit 5670 Plätzen vorgenommen werden - plus deren Personal. Den größten Anteil machen die 53 Alten- und Pflegeheime mit ihren 4300 Betten aus. Außerdem betroffen sind 17 Einrichtungen der Behindertenhilfe mit 550 möglichen Nutzern, 38 Wohngruppen mit 380 Bewohnern und 27 Tagespflege-Einrichtungen mit 440 Plätzen.

In welcher Reihenfolge die Häuser von den Test-Teams eines beauftragten Labors besucht werden, stimmt der Kreis Unna in Zusammenarbeit mit der Heimaufsicht ab. Die Termine würden den Einrichtungen einen Tag vorher mitgeteilt.

Testergebnisse aus dem Heim liegen schon am nächsten Tag vor

Beim Klara-Röhrscheidt-Haus hatte man die Aktion eigentlich schon am Dienstag erwartet. Doch da hatten die Mitarbeiter vergeblich gewartet. Aber am Mittwoch wurde ihnen dann doch das Teststäbchen im Café Unter den Linden in Nase und Rachenraum geschoben. Die Proben bei den Bewohnern wurden auf den Stationen genommen. „Die Testergebnisse sind ab morgen online“, erklärt Stefan Weizmann. Die Mitarbeiter hätten auch einen QR-Code bekommen, mit dem sie sie von zu Hause aus aufrufen könnten.

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Das Labor ist im Dauereinsatz. Von Montag bis Samstag werde dort gearbeitet, sagt Constanze Rauert. Die Maßgabe sei: „So schnell wie möglich und so gründlich wie nötig.“ Die flächendeckenden Massentests in den Heimen müssten alle 14 Tage wiederholt werden, solange der Inzidenzwert weiter über der Zahl 50 liegt: „Er muss eine Woche unter 50 sein, bevor man aufhören kann.“

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