Blumen Risse darf wieder öffnen: Ein Lichtblick auf der Bahnhofstraße

rnCoronakrise in Schwerte

Es ist trist in der Stadt geworden, seit wegen der Coronakrise fast alle Geschäfte geschlossen haben. Doch an der Bahnhofstraße leuchten wieder bunte Blumen. Ein Lichtblick in dieser Zeit.

Schwerte

, 02.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona, Corona - das gibt´s jetzt leider nicht. Diese Ausrede schützt keinen mehr, wenn er den Wunsch nach einem Blumenstrauß unerfüllt lässt und mit leeren Händen nach Hause kommt. Denn es gibt einen Lichtblick in dieser Krisenzeit. An der Bahnhofstraße in Schwerte leuchten schon von weitem wieder die bunten Frühlingsprimeln und Stiefmütterchen vor den Schaufenstern von Blumen Risse. Die große Filiale ist seit Dienstag wieder geöffnet, nachdem sie vor zwei Wochen wie die meisten anderen Geschäfte in der Stadt hatte schließen müssen.

Coronaschutzverordnung erlaubt Ausnahme für Floristen

Damals hatte der ursprüngliche Erlass zu kontaktreduzierenden Maßnahmen des NRW-Gesundheitsministeriums vom 17. März vorgeschrieben, dass auch Blumenläden nicht öffnen durften. Mit der seit dem 22. März geltenden Coronaschutzverordnung wurde für sie aber eine Ausnahme gemacht.

Gesundheitsministerium: Infektionsrisiko im Blumenhandel gering

„Das Risiko von Kontaktinfektionen im Blumenhandel ist derzeit gering, da die Blumen nicht durch jeden Kunden berührt werden und Infektionsschutzmaßnahmen daher relativ einfach umgesetzt werden können. Die Aufenthaltszeiten in Blumenläden sind hingegen kurz, Onlineaktivitäten weniger praktikabel“, teilt das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. Daher sei nach gründlicher Abwägung entschieden worden, dass Floristen ihren Betrieb fortsetzen dürfen, wenn sie geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen wie die Einhaltung eines Mindestabstands und Schutzvorrichtungen für das Kassenpersonal gewährleisten können.

Zum Schutz von Floristin Anja Möller und ihren Kolleginnen hat die Schreinerei von Blumen Risse eine Plexiglas-Trennwand für den Kassentisch gebaut.

Zum Schutz von Floristin Anja Möller und ihren Kolleginnen hat die Schreinerei von Blumen Risse eine Plexiglas-Trennwand für den Kassentisch gebaut. © Reinhard Schmitz

Diese Maßnahmen sind bei Blumen Risse getroffen worden. Die firmeneigene Schreinerei hat einen hölzernen Rahmen mit einer Plexiglasscheibe gefertigt, der Anja Möller bei ihrer Arbeit hinter dem Kassentisch abschirmt. Auf dem Fußboden sind mit Paketband die nötigen Sicherheitsabstände markiert. „Die Kunden halten sich daran“, berichtet die Floristin. Sie hörte ausnahmslos positive Reaktionen: „Eine Kundin sagte sogar: Wir sind die Lichtquelle auf dem Boulevard.“ So wird die Bahnhofstraße in Schwerte nach ihrer aufwendigen Umgestaltung genannt.

Ungefähr die Hälfte aller Risse-Filialen soll folgen

Die Filiale in Schwerte ist eine der ersten, die Blumen Risse jetzt wiedereröffnet hat, erklärt Marketingleiterin Nadine Batze. In der vergangenen Woche sei ein erster Test in Dortmund-Aplerbeck gemacht worden: „Es sollen noch einige weitere Filialen folgen, wo das möglich ist.“ Ungefähr die Hälfte der deutschlandweit 142 Läden muss aber geschlossen bleiben. Sie sind entwender räumlich zu eng für Schutzmaßnahmen oder liegen etwas abseits, wo sich derzeit keine Menschen bewegen.

Leuchtend bunt locken Stiefmütterchen und Frühlingsprimeln bei Blumen Risse die Gartenliebhaber zur Pflanzaktion.

Leuchtend bunt locken Stiefmütterchen und Frühlingsprimeln bei Blumen Risse die Gartenliebhaber zur Pflanzaktion. © Reinhard Schmitz

Engpässe bei der Belieferung kennt Nadine Batze nicht. Sicherlich gebe es einige Lieferanten, von denen derzeit nichts zu bekommen ist. Aber davon merkt man im Laden an der Bahnhofstraße nichts. Regionale Blumen bestimmen - neben Narzissen aus England - das Bild. In den Vasen erfreuen Rosen, Tulpen und Gerbera die Augen. „Am besten gehen im Moment die Tulpen“, berichtet Floristin Anja Möller: „Die Leute wollen sich den Frühling holen.“ Das dasselbe gilt für die Primeln und Stiefmütterchen für die Gartenbeete. Und am Donnerstag werden auch wieder die ersten Kräutertöpfe mit Bohnenkraut, Rosmarin oder Petersilie erwartet.

Blumen können auch kontaktlos bestellt und geliefert werden

„Mit Blümchen kann man es sich auch selber schön machen, wenn man nicht raus darf“, weiß Nadine Batze. Zu Ostern möchte man die Sträuße auch verschenken. Das ist für Risikogruppen oder bei größeren Entfernungen sogar kontaktlos möglich: „Man kann online oder im Laden bestellen und den Strauß zu Oma Elke schicken lassen.“ In der Zentrale in Westhofen werden die Pakete gepackt, die ein Paketdienst dann zum Empfänger bringt. Nur dessen Lächeln sieht man dann bei der Übegabe leider nicht. Man muss es sich vorstellen.

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