Darum gibt es auf der A45 eine feste Rettungsgasse

Autobahnbrücke Lennetal

Das ist ein absolutes Novum im Straßenverkehr: Die Rettungsgasse im Baustellenbereich der Autobahnbrücke Lennetal ist fest markiert. Dort, auf der A45 bei Schwerte, wird ständig eine 2,60 Meter breite Spur für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr frei gehalten. Denn um diese im fließenden Verkehr zu bilden, ist es dort zu eng.

Hagen

, 21.03.2017, 07:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Novum probt der Landesbetrieb Straßen.NRW, weil die Brücke mit einem Kilometer besonders lang ist. Und besonders eng, weil der gesamte Verkehr sich seit Samstag die neu errichtete Brückenhälfte teilen muss. Genau in der Mitte zwischen den jeweils zwei Fahrstreifen in Richtung Dortmund und Frankfurt verläuft die für alle anderen Verkehrsteilnehmer gesperrte Rettungsspur. Sie ist nur in Richtung Süden befahrbar und Teil eines besonderen Rettungskonzepts, bei dem Schwerte und Hagen zusammenarbeiten.

Die Feuerwehren Hagen und Schwerte werden alarmiert

„Bei einem Hilfeersuchen auf der Brücke werden zeitgleich die Feuerwehren Hagen und Schwerte einschließlich des Rettungsdienstes alarmiert“, berichtet Wilhelm Müller, Leiter der Schwerter Feuerwehr. Von beiden Seiten anrückend, sollen die Hilfskräfte rasch vor Ort sein, auch wenn ein Weg möglicherweise durch einen quergestellten LKW oder durch einen Stau blockiert wird. Denn mit 80.000 Fahrzeugen pro Tag ist dieser Autobahnabschnitt hoch belastet.

„Menschenrettung erfolgt immer über zwei voneinander unabhängige Rettungswege“, nennt Alexander Zimmer, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Hagen, einen ehernen Grundsatz. Der Nachteil sei, dass relativ viel Feuerwehr-Potenzial durch den Doppel-Einsatz gebunden sei.

Schwerter Feuerwehr kann sich direkt in Rettungsspur einfädeln

Deshalb ist die Feuerwehr Schwerte um überörtliche Hilfeleistung gebeten worden. Sie kann sich auf der A45 in Garenfeld, kurz hinter der großen Radar-Anlage, auf die Rettungsspur einfädeln. Eine zusätzliche Behelfszufahrt auf die A45 ist an dieser Stelle dort für die Retter noch von der Villigster Straße aus geplant.

Im Notfall sollen sie dort den Bauzaun öffnen können, der verhindert, dass andere Verkehrsteilnehmer dort eine illegale Abkürzung suchen.

Es gab bereits einen Auffahrunfall - die feste Gasse half

Ihre erste Bewährungsprobe hatte die neue Rettungsgasse am Samstag schon, kurz nachdem die neue Brückenhälfte der Lennetalbrücke für den Verkehr freigegeben worden war. Im Baustellenbereich hatte sich um 19.50 Uhr in Richtung Dortmund ein Auffahrunfall ereignet, wie Cornelia Weigandt, Pressesprecherin der Polizei Dortmund, mitteilte.

Bei hohem Verkehrsaufkommen mit Stop-and-Go-Verkehr habe ein 24-jähriger Mann aus Hamm in einem Audi zu spät bemerkt, dass ein vor ihm fahrender VW Passat aus Duisburg zum Stillstand gekommen war. Dessen Insassen, ein 53-jähriger Duisburger und ein fünfjähriger Junge, wurden ebenso verletzt wie der Audifahrer.

Schwerter Feuerwehr nach neun Minuten vor Ort

Die Schwerter Feuerwehr – so Müller – war nach neun Minuten über die Rettungsspur vor Ort. Aber auch die Hagener Kollegen konnten sich durchkämpfen. „Wir hatten Glück, dass nur ein LKW auf der Strecke war“, berichtet Zimmer. „Sehr, sehr langsam“ konnte das 2,50 Meter breite Einsatzfahrzeug an den Autos vorbeifahren, die sich hinter der Unfallstelle stauten. Die Hagener übernahmen auch den Transport der Verletzten in eine Klinik. 

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