Darum ist das Schlittschuhlaufen auf dem Gehrenbachsee grundsätzlich verboten

rnAuch bei längerem Frost

„Betreten der Eisfläche verboten“, steht auf den Schildern, die die Stadt Schwerte an allen ihren Gewässern aufgestellt hat. Es droht Lebensgefahr. Nur die Feuerwehr darf auf das Eis.

Schwerte-Ost

, 24.01.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schlittschuh laufende Kinder auf dem Gehrenbachsee in Schwerte-Ost! Der Taxifahrer war entsetzt, als er das leichtsinnige Spiel im Vorbeifahren sah. „Das ist doch lebensgefährlich“, meldete er. „Um Himmels Willen“, sagte auch der städtische Gewässerschutz-Beauftragte, Martin Thal, entsetzt: „Wir können nur davor warnen.“ Nicht ohne Grund habe die Stadt am Ufer Schilder mit der Aufschrift „Betreten der Eisfläche verboten“ aufgestellt.

„Wir geben die Flächen nicht frei“, erklärte Thal. Denn Schwerte habe im Gegensatz zu manchen größeren Kommunen keine Experten, die die Tragfähigkeit der Eisschicht begutachten könnten. Und jetzt müsste die ohnehin noch sehr dünn sein, da erst seit wenigen Tagen Frostwetter herrscht.

Das winterliche Betretungsverbot gilt nicht nur für den Gehrenbachsee, sondern auch für alle anderen städtischen Wasserflächen wie den Grüntaler Teich. In beiden genannten Seen gibt es eine geringe Strömung, die das Eis noch tückischer macht. Im Gehrenbachsee beispielsweise fließt das Wasser dem Überlauf zu, der wie ein „Dom“ am Ende des Stegs neben der Lichtendorfer Straße zu erkennen ist. Dort - so Thal - sei das Gewässer fünf Meter tief: „An der tiefsten Stelle ist es noch tiefer.“

„Der Kreislauf baut innerhalb weniger Minuten ab“

Das ist aber nicht die einzige Gefahr. Noch lebensdrohlicher ist bei einem Unfall das derzeit eiskalte Wasser. „Da baut der Kreislauf innerhalb weniger Minuten ab, so dass man bewegungsunfähig ist“, sagte Thal.

Das bestätigt der Leiter der Schwerter Feuerwehr, Wilhelm Müller. Wer ins Eis einbricht, müsse sich viel bewegen und strampeln, um an der Oberfläche zu bleiben, aber die Bewegungsstarre setze sehr schnell ein: „Man kann sich dann noch nicht mal mehr an der Eisscholle festhalten“, erklärt Müller. Bei manchen Menschen könne es auch sofort zu einem Temperaturschock kommen.

Glücklicherweise habe es solche Unglücksfälle in den vergangenen 13 Jahren, in denen der Feuerwehrchef in Schwerte als Retter tätig ist, nicht gegeben: „Mir ist ad hoc nicht bekannt, dass ein Kind eingebrochen sei.“

Die Spuren im Schnee zeigen: Hier hat sich jemand gefährlich auf der Eisfläche des Gehrenbachsees bewegt.

Die Spuren im Schnee zeigen: Hier hat sich jemand gefährlich auf der Eisfläche des Gehrenbachsees bewegt. © Reinhard Schmitz

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Selbst die Feuerwehr geht nicht einfach so aufs Eis

Trotzdem sieht man die Feuerwehr immer mal wieder an zugefrorenen Teichen, wenn das Eis dort tragfähig genug ist. „Wir üben dort schon mal, wenn wir die Möglichkeit haben“, berichtet Müller.

Die Kollegen, die sich aufs Eis wagen, sind aber immer durch einen sogenannten Überlebensanzug geschützt: „Damit sie nicht nass und kalt werden.“ Außerdem werden ein Schlauchboot und Leitern auf dem Eis bereitgelegt, die das Körpergewicht auf eine größere Fläche verteilen. Derzeit können solche Übungen noch nicht geplant werden. Dafür müsste es noch länger kalt bleiben, damit die Eisschicht wesentlich dicker wird.

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