Darum wird am Schwerter Speckberg doch gebaut

Kehrtwende bei Bauprojekt

Kehrtwende am Schwerter Speckberg: Dort soll nun doch gebaut werden dürfen. Trotz heftigen Widerstands der Verwaltung und von der Mehrheit der SPD-Fraktion war das Projekt im Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt (AISU) doch erfolgreich. Wir erklären, wie es dazu kam.

SCHWERTE

, 16.02.2017 / Lesedauer: 2 min
Darum wird am Schwerter Speckberg doch gebaut

Auf dem Speckberg soll es nun doch zu Neubauten kommen.

Ganz so einfach war es nicht, wie der Ausschuss dieses Mal dem Verfahren für einen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan zustimmte. Eigentlich lehnte er mit der Patt-Situation von sieben zu sieben Stimmen (bei einer Enthaltung) nur den Vorschlag der Verwaltung ab, dem Antrag des Projektentwicklers aus Düsseldorf nicht zu folgen. Aber aus dem Mathematikunterricht weiß man noch: minus mal minus ergibt plus.

Zwei Hauptgründe waren entscheidend

Zwei Hauptgründe hatten die Stadtplaner angeführt, um von dem Vorhaben abzusehen. Zum einen zweifelten sie den Lärmschutz für den nahe der Autobahn A1 gelegenen Speckberg an, den neuartige „Wallhäuser“ gewährleisten sollen. Und zum anderen sahen sie Probleme mit der verkehrlichen Anbindung über den Hohlweg und die Schloßstraße, für die sie bis zu 1000 neue Autobewegungen am Tag befürchteten.

„Marginal“ nannte Thomas Keuthen (WfS) diese Zahlen im Vergleich zu den Belastungen, die die Heidestraße vor dem Bau der Umgehungsstraße K20 ausgesetzt gewesen sei. Es müsse weitergehen, forderte er: „Die dauernde Neinsagerei hat Schwerte zurückgeworfen.“

Mit dem Zuzug junger Menschen wollte CDU-Sprecher Herbert Dieckmann Westhofen stärken, wo er allein an der Reichshofstraße 15 Leerstände von Geschäften gezählt hatte. „Die Wallhäuser schützen auch die bestehende Bebauung“, war sein Fraktionskollege Hans-Georg Rehage überzeugt. Unterstützung erhielten beide von den Linken. „Wir halten das Projekt für nötig und richtig“, betonte Walter Wendt-Kleinberg.

Kötter hatte schweren Stand

Den schwersten Stand hatte der Westhofener SPD-Ratsherr Stephan Kötter. Während sein Ortsverein das Bauprojekt befürwortete, lehnte es seine Ratsfraktion rundherum ab. Fraktionschef Heinz Haggeney, verärgert über das „permante Drängen“ des Investors, verlangte sogar: „Wir sollten diese Fläche überhaupt nicht mehr bebauen.“ Untersützung erhielt er von Bruno Heinz-Fischer (Grüne). Kötter folgte übrigens schließlich seinem Westhofener Gewissen.

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