Darum wurden Schwertes Gehwege so spät geräumt

Pannen beim Winterdienst

Normalerweise gilt Schwerte als fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt. Am Wochenende bot sich in der Ruhrstadt aber ein gegensätzliches Bild. Straßen und Radwege sind nach dem Schneefall erst spät geräumt worden, der Winterdienst hatte technische Probleme. Wir haben bei Bauhof-Chef Gerhard Krawczyk nachgefragt.

SCHWERTE

, 09.01.2017, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum wurden Schwertes Gehwege so spät geräumt

Fahrradfreundliche Stadt? Die Radwege in der innenstadt waren im gegensatz zu den Autofahrbahnen nicht gekehrt worden.

Fragen wie „Ich frage mich, ob Schwerte noch einen Streudienst hat?“ oder „Wo war denn der Winterdienst heute?“ tauchten am Wochenende häufiger in den Schwerter Gruppen auf Facebook auf. Gerhard Krawczyk kann die Aufregung nicht verstehen. „Die Kollegen sind ordnungsgemäß ausgerückt, alle Straßen und Wege, die geräumt werden müssen, wurden auch geräumt“, so der Bauhof-Chef auf Anfrage.

Der Winterdienst war laut Krawczyk von Freitag an im Einsatz und befreite die Straßen und Gehwege von Schnee und Glätte. So begann beispielsweise der Winterdienst am Samstagabend gegen 19.05 Uhr damit, die glatten Straßen wieder sicher zu machen.

Probleme bei Kleinmaschinen

Auf den Gehwegen dauerte das allerdings etwas länger. Probleme machten nämlich die Kleinmaschinen, die auf den Gehwegen eingesetzt werden. „Wir hatten leider technische Probleme, sodass wir stattdessen die großen Schüppen rausholen mussten“, erklärte Krawczyk.

Fahrradfreundlich waren die Verhältnisse auf den kombinierten Rad- und Fußwegen nicht, was auch der Bauhof-Chef bestätigte: „Wenn auf diesen Teilstücken die Anlieger verantwortlich sind, müssen lediglich in der Breite 80 bis 100 Zentimeter von Schnee oder Glätte befreit werden.“ Als Maß werden zwei Fußgänger genommen, die vorsichtig aneinander vorbeigehen können. Die Radwege bleiben somit davon unberührt. Zumal dort eventuell gar der Schnee von der Straße oder vom restlichen Teil des Gehweges gelagert wird.

Beschwerde über Facebook

Weitere Kritik von Schwerter Bürgern, die bemängelten, dass ihre Straße nicht geräumt worden sei, wies der Bauhof-Chef zurück. „Es kommt auch immer darauf an, ob auf diesen Straßen überhaupt eine Winterdienstpflicht besteht, oder nicht.“ Ein Leser schrieb uns auf unserer Facebook-Seite zudem: „Die Bürger haben die Verpflichtung, an Werktagen bis 7 Uhr zu räumen. Warum hält sich der Winterdienst der Stadtverwaltung nicht an die Zeiten, die sie selbst vorgibt?“

Die Erklärung zu dieser Frage gibt die Stadt selbst in einer Informationsschrift. „Der Winterdienst wird nach Dringlichkeit organisiert. Es werden zuerst die Hauptverkehrs- und stark frequentierte Straßen bearbeitet", heißt es dort.

Wie viel Streusalz am Wochenende verbraucht wurde, konnte Krawczyk auf Anfrage nicht beziffern. Lediglich die Gesamtmenge der vergangenen Woche lag vor: 80 Tonnen wurden verbraucht. Sorgen, dass das Streusalz an einem Wochenende wie diesem nicht reicht, muss sich aber wohl niemand machen. „Das gesamte Lager fasst 250 Tonnen Streusalz“, sagte Gerhard Krawczyk.

Jetzt lesen

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt