Das Eiscafé Mattiuzzi ist seit Monaten geschlossen. Doch es soll weitergehen.

rnGastronomie in Schwerte

Die traditionsreiche Eisdiele am Bahnhof, eine der ältesten der Stadt, wird von einem Fachmann für italienisches Eis weitergeführt. Der hatte sogar einmal eine eigene Eisfabrik in Geisecke.

Schwerte

, 02.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Eiszeit ist in Sicht. Noch sind die Fenster des traditionsreichen Eiscafés Mattiuzzi am Bahnhof verklebt. Doch voraussichtlich Anfang Mai wird es vom neuen Betreiber, der ViAss Unternehmergesellschaft (UG) wiedereröffnet. „Wir warten auf die Eisvitrinen“, erklärt Geschäftsführer Vittorio Reale. Die Lieferung der Sonderanfertigung aus Italien, die mit einer besonders umweltfreundlichen Technik ausgestattet werde, habe sich immer wieder verzögert. Jetzt sei aber ein fester Termin bestätigt worden.

Das ist nicht die einzige Umgestaltung, auf die sich die Gäste freuen dürfen. Über einen barrierefreien Zugang können in Zukunft die renovierten Sanitäranlagen im Untergeschoss erreicht werden. Außerdem wird der komplette Innenraum in frischen Farben erstrahlen.

Alle Standardsorten und Eigenkreationen

Der Name des Gründers Mattiuzzi bleibt indes erhalten. „Unser Ziel ist es, die Tradition, die mit dem Namen Mattiuzzi verbunden ist, in gewohnter Qualität weiterzuführen“, sagt Reale, der ebenfalls ein Fachmann für italienisches Eis ist. 1990 hatte er sich in Geisecke den Traum von einer eigenen Eisfabrik erfüllt. Zahllose Kinder schleckten die Kugeln an den Eiswagen, die von dort ihre verführerischen Runden durch die Stadt starteten. Zu genießen waren die Kreationen auch in einer eigenen Eisdiele in Westhofen.

Italienisches Eis in allen Standardsorten von Vanille bis Erdbeere wird bald auch auf der Karte im Eiscafé Mattiuzzi locken. Zusätzlich will der neue Betreiber variable Eigenkreationen anbieten, angepasst an die jeweilige Jahreszeit. Genießen kann man es - zumindest in der angenehmen Jahreszeit - auch wieder unter freiem Himmel im Außenbereich, wo der in die Jahre gekommene Pavillon endlich beseitigt ist.

Vorgänger geriet in wirtschaftliche Turbulenzen

Damit wird ein neues Kapitel in einer der traditionsreichsten Schwerter Eisdielen aufgeschlagen, deren letzter Betreiber im vergangenen Jahr in wirtschaftliche Turbulenzen geraten war. Der Werbespruch „Im Winter ist‘s kalt, im Sommer ist‘s heiß, und immer schmeckt Mattiuzzi-Eis“ ist seit Jahrzehnten ein geflügeltes Wort. Es war im Jahr 1953, als die Familie Mattiuzzi den Betrieb gegründet hatte. Die Arbeitssuche hatte den gelernten Elektriker Francesco Mattiuzzi aus seiner italienischen Heimat Treviso in die Ruhrstadt geführt, wo sein Schwager an der Bahnhofstraße 15 das erste italienische Eiscafé der Stadt eröffnet hatte. Dort beim Mithelfen auf den Geschmack gekommen, machte sich Mattiuzzi mit einer eigenen Eisdiele im Erdgeschoss des Hotels Reichshof am Bahnhof selbstständig. 1982 zog der Betrieb einmal diagonal über die Kreuzung in den Neubau an der Beckestraße um.

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