Es gibt eine Lösung für den Dauerbrenner FAB-Gelände. Doch nicht nur das ehemalige Freizeitbad und der benachbarte Sportplatz sind von den Plänen der Stadt betroffen.

Schwerte

, 27.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als ein Filetstück hatte die Kämmerei das Grundstück des ehemaligen Freizeit- und Allwetterbades einst bezeichnet. Es erwies sich allerdings dann doch als Ladenhüter. Da kam es Anfang des Jahres gerade recht, dass die GWG sich anbot, hier rund 200 Wohneinheiten zu bauen. Davon noch ein Großteil als Sozialwohnungen. Vor allem SPD und Linke begrüßten den Plan. Doch als es im Juni im Planungsausschuss des Rates um dieses Thema ging, blieben die beiden Fraktionen mit ihren Plänen allein. Die Grünen wollten die Fläche an der Ruhr nicht für Bebauung preisgeben, der CDU ging der Plan nicht weit genug. Schon im Vorfeld hatte sie immer wieder gefordert, das gesamte Areal zu überplanen.

Das Problem: Der Stadt gehört hier zwar neben dem ehemaligen FAB-Gelände auch der Sportplatz Schützenhof. Auf dem stehen aber einige Immobilien, die den drei dort ansässigen Vereinen, dem VfL-Schwerte, den Sportschützen und der Reisevereinigung der Taubenzüchter gehören.

Vorstoß der Stadt überraschte im Herbst

Deshalb wurde mit besonderer Spannung im Herbst der Vorstoß der Stadtverwaltung erwartet. Am 12. November stellte man die Pläne vor, und die gingen weiter, als so mancher gedacht hatte: Auf dem Gelände des Freizeitbades sollten nach wie vor Wohnungen entstehen. Auf dem Sportplatz sahen die Pläne der Stadt einen Lidl-Markt der XXL-Kategorie vor. Und der Discounter soll gleich einen neuen Kindergarten für die städtische Kindertagesstätte Tausendfüßler mit bauen, die nach dem Abriss von Rathaus II mitten im neu entstehenden Gewerbegebiet liegt. Für die damit heimatlos gewordenen Vereine soll eine neue Sportstätte in Wandhofen an der Bahnlinie gebaut werden. Den darin enthaltenen Sportplatz müssen sich aber der VfL und der TuS Wandhofen teilen. Denn der Sportplatz des TuS Wandhofen in der Nähe der Ruhr soll weiteren Einfamilienhäusern weichen. Und auch der heutige Kindergarten an der Schützenstraße könnte dann als Gewerbegrundstück vermarktet werden.

Der Plan traf zumindest den Geschmack einer breiten Ratsmehrheit. Nur die Grünen wandten sich dagegen. In einem Antrag hatten sie 16 Punkte aufgeführt, die vorab geklärt werden müssten. Die Liste reicht von umweltrelevanten Gesichtspunkten über die Finanzierung des Projekts und den Verlust von Gewerbeflächen bis hin zu den Auswirkungen auf den Hochwasserschutz.

Nachbarn beklagen Nähe zum Discounter-Parkplatz

Auch einige Nachbarn beklagten bereits im Vorfeld, dass sie künftig direkt am Discounter-Parkplatz wohnen werden. Bislang trennt sie vor allem das sogenannte Schützenwäldchen vom Sportplatz.

Im Rat wurde aber zumindest ein Grundsatzbeschluss gefasst, dass man auf dieser Basis weiter planen wolle. Alles Weitere muss nun im Einzelnen vom Rat beschlossen werden.

Dabei gilt es, auch noch weitere Klippen zu meistern. So muss unter anderem das Gelände für den neuen Sportplatz, das einst als Erweiterungsfläche für Hoesch vorgesehen war, von der Wirtschaftsförderung des Kreises gekauft werden. Die wiederum sucht händeringend nach möglichen Gewerbeflächen in Schwerte, das durch die Wasserschutzzonen in diesem Bereich sehr limitiert ist.

Aber diese Aufgaben wurden auf die kommenden Jahre vertagt.

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