Das zweite Leben des Kaugummi-Automaten: Eine Portion Glück für 50 Cent

rnSchwerter Krippenweg

Ein Glücksautomat ist die Hauptattraktion des Krippenwegs in der Altstadt von Schwerte. In seinem ersten Leben spuckte er Kaugummikugeln aus. Und jetzt eine weihnachtliche Überraschung.

Schwerte

, 29.11.2019, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 50-Cent-Stück im Portemonnaie griffbereit haben. Das sollten die Besucher des 5. Schwerter Krippenweges. Sonst können sie die Hauptattraktion auf der stimmungsvollen Runde durch die Altstadt nicht ausprobieren.

Ein „Glücksautomat“ in der Westenstraße fordert geradezu dazu auf, die Münze hineinzustecken und den Hebel herumzudrehen. Was aus dem Schacht herauskullert? Kein Kaugummi mehr wie im ersten Leben des nostalgischen Geräts, sondern eine taubeneigroße Überraschungskugel, gefüllt mit Engelsfigürchen, einem weihnachtlichen Sinnspruch oder einem Weihnachtswitz. Der erste brachte Bürgermeister Dimitrios Axourgos zum Schmunzeln, als er das bunte Zettelchen auseinanderfaltete. Er war am Donnerstagmorgen zufällig vorbeigekommen, als das froschgrün lackierte Gerät am schmiedeeisernen Zaun der alten Marktschule montiert wurde.

In Dortmund gibt es schon einen Witz- und einen Bienenautomaten

Hinter der Aktion steckt der Berghofener Sebastian Everding, der das Umfunktionieren alter Kaugummi-Automaten zu seinem Hobby gemacht hat, „um die Welt besser zu machen“. Dabei fand er als Kind den Inhalt der Groschenschlucker gar nicht so reizvoll, wie er verrät. Doch dann las er von der Idee eines Kabarettisten aus Nürnberg, sie mit Witzen zu füllen. Und dachte sich spontan: „Das bringst du auch nach Dortmund.“ Das erste Gerät, das die Bewohner des Stadtteils Hombruch seit Juli mit Stoff zum Lachen versorgt, war ein Erfolg. So wurde es dort im Oktober mit einem „Bienenautomaten“ ergänzt, der Blumensamen und Knollen für Krokusse spendet, an deren Blüten sich Honigsammler später laben können.

Das zweite Leben des Kaugummi-Automaten: Eine Portion Glück für 50 Cent

"Vater, der Weihnachtsbaum brennt...": Den ersten Weihnachtswitz zog Bürgermeister Dimitrios Axourgos aus dem ehemaligen Kaugummi-Automaten an der Westenstraße. © Reinhard Schmitz

Glücklicherweise lagerten bei Everding noch weitere alte Kaugummi-Automaten, die er einem Berliner Aufsteller abkaufen konnte, der sich zur Ruhe setzen will. Deshalb konnte er spontan zusagen, als Krippenweg-Mitorganisatorin Anne Hildebrand ihn um die Teilnahme bat.

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Die Höchstenerin hatte einfach mal zum Telefon gegriffen, als sie in der Zeitung von seiner Witzautomaten-Aktion gelesen hatte. Und half jetzt tatkräftig mit. Die ersten 1000 Sprüche-Zettel faltete sie mit ihren Doppelkopf-Damen, um sie in die Plastikkugeln zu füllen. Die sind übrigens wiederverwendbar. Neben dem Automaten hängt ein Briefkasten, in dem sie gesammelt werden.

Erlös soll die „Herzkinder Dortmund“ unterstützen

Jetzt hoffen Anne Hildebrand, Hille Schulze Zumhülsen und die anderen Aktivisten vom Krippenweg, dass der Automat reichlich mit 50-Cent-Stücken gefüttert wird. Denn der Erlös ist für die „Herzkinder Dortmund“ bestimmt. Die Elterninitiative unterstützt auch im Bereich Unna herzkranke Kinder und deren Familien mit Material und sozialrechtlichen Beratungen. Gründer Peter Fofara ist ein Nachbar von Anne Hildebrand.

5. Schwerter Krippenweg

Der 5. Schwerter Krippenweg, eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengeschichte(n), präsentiert entlang einer Runde vom Marktplatz durch die Altstadt in diesem Jahr rund 60 Krippendarstellungen. Teilweise am Straßenrand, teilweise in Fenstern und Schaufenstern aufgestellt, setzen sich die Krippen auf unterschiedliche künstlerische Weise mit dem Thema auseinander. Die Eröffnung des Krippenwegs findet am Sonntag, 1. Dezember, um 12 Uhr in der Viktorkirche am Markt statt. Anschließend kann der Krippenweg bis Sonntag, 5. Januar, selbstständig begangen werden. Bis zu diesem Termin bleibt auch der Glücksautomat hängen.
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