Warum man auf der B236 in Schwerte nur noch Tempo 30 fahren darf

Ausbau der B236

Eine Spur gesperrt, ein Tempolimit eingerichtet: Auf der B236 am Freischütz in Schwerte fließt der Verkehr gerade besonders schleppend. Und das hat mit dem Wetter zu tun.

Schwerte

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Warum man auf der B236 in Schwerte nur noch Tempo 30 fahren darf

Bergab gilt derzeit Tempo 30. © Berkenbusch

Bergauf nur eine Spur, bergab im Schneckentempo. Die B236 macht gerade mal wieder das, was sie besonders gut kann: Pendler nerven.

Wer rein will nach Schwerte, muss neuerdings schon bald nach dem Berghofener Tunnel sein Tempo auf 30 Stundenkilometer reduzieren. Weder die Stadt, noch die Deges, die mit dem Ausbau der Bundesstraße beauftragt ist, waren über die Tempo-Drosselung informiert. Bei Straßen.NRW konnte die Anfrage schließlich beantwortet werden: „Die Kollegen haben aufgrund der Verkehrssicherungspflicht dort Tempo 30 ausgeschildert“, erklärte Peter Beiske von der Straßen.NRW-Pressestelle.

Massive Bodenwellen und „Verdrückungen im Straßenbereich“ hätten diese Maßnahme erforderlich gemacht. Als Ursache werde vermutet, dass der Asphalt durch die Hitze weich geworden sei und der starke Lkw-Verkehr dann die Verdrückung hervorgerufen habe. Pendler kannten die stellenweise enormen Spurrillen auf der B236 schon aus kühleren Jahreszeiten. Und Radfahrer nervt schon länger, dass sie hinter der Fußgängerbrücke in Richtung Schwerte kaum am rechten Fahrbahnrand fahren können, weil der aufgeworfene Asphalt sie aus der Spur wirft.

Grüne Schriftzüge weisen den Weg zu den Buckeln

Nun denn, Abhilfe ist in Sicht: Jetzt soll die oberste Schicht abgefräst werden, um die ebene Fahrbahnfläche wiederherzustellen. Auffällige grüne Aufschriften wie „wenig Spurrillen“ oder „Buckel“ weisen die Bauarbeiter darauf hin, wo sie mit der Fräse entlang sollen.

Warum man auf der B236 in Schwerte nur noch Tempo 30 fahren darf

In Richtung Dortmund ist eine Fahrspur gesperrt und mit grünen Markierungen versehen. © Berkenbusch

Nach dem Einsatz, der auf jeden Fall noch am heutigen Mittwoch andauern soll, will Straßen-NRW nachgucken, ob Tempo 30 wieder zugunsten Tempo 50 aufgehoben werden kann. Sind die Unebenheiten zu groß, bleibe es bei Tempo 30.

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Hoffnung auf eine umfassende Reparatur kann Peter Beiske nicht machen: „Es ist nicht vorgesehen, dass wir diese Strecke vor dem Ausbau komplett sanieren. Das wäre ja doppelte Arbeit und doppeltes Geld.“ So können sich die Autofahrer unter Umständen jetzt schon an eine verengte und entschleunigte B236 gewöhnen.

Dieses zweifelhafte Vergnügen haben sie ja jetzt schon gegenüber vom Gartencenter Augsburg, wo sich die Fahrbahn stadtauswärts um eine Spur verjüngt, weil dort an der Ferngasleitung gearbeitet wird. Dort stockt der fließende Verkehr immer wieder, wenn Rechtsabbieger abbremsen, um in die Heidestraße zu fahren.

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Wer glaubt, es nach dieser Kreuzung geschafft zu haben, wird derzeit schnell wieder enttäuscht, wenn sich beiden Spuren schon weit vor der Fußgängerbrücke wieder auf eine reduzieren. Freie Fahrt soll es auf der B236 übrigens erst Mitte 2021 wieder geben.

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