Der Friedhof Wandhofen ist ab 2018 in Bürgerhand

Vertrag unterzeichnet

Es war ein historischer Moment für Schwerte: Dieter Schmikowski hat am Montagmittag im Rathaus II stellvertretend einen Vertrag mit der Stadt unterschrieben. Von nun an liegt die Pflege des Wandhofeners Friedhofes in Bürgerhand. "Vielleicht haben wir damit ein leuchtendes Beispiel für die Republik geschaffen“, heißt es von der Stadt.

WANDHOFEN

, 24.07.2017, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Büro der Kämmerin Bettina Brennenstuhl unterzeichnete Dieter Schmikowski als Sprecher der Gemeinschaft zur Erhaltung des Friedhofes Wandhofen den Betriebs- und Unterhaltungsvertrag. Ein Jahr lange hatten er und seine Mitstreiter für die Zukunft des Friedhofes gekämpft. Die Stadtverwaltung hatte dessen Schließung ins Auge gefasst, denn er ist nur zu 60 Prozent rentabel. 

Doch nun ist die Zukunft des Friedhofes vorerst gerettet. Ab dem 1. Januar 2018 übernehmen Bürger ehrenamtlich einen Großteil der Pflege des Geländes. „Ich denke, es ist ein gutes Gefühl für die Wandhofener“, sagte Dieter Schmikowski am Montag nach der Unterzeichnung. „Für mich auch, denke ich. Obwohl die eigentliche Arbeit jetzt natürlich erst anfängt.“

Strukturen müssen noch geklärt werden

In der zweiten oder dritten Augustwoche will er mit seinem Team persönliche Einladungen zur konstituierenden Sitzung in jeden Wandhofener Briefkasten einwerfen. Bei der Sitzung soll dann alles Organisatorische geklärt werden. „Wir werden die Strukturen zurechtlegen müssen, denn wir wollen ja bewusst nicht als Verein agieren“, so Schmikowski.

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„Es muss einen Häuptling geben, aber alle sind gleichberechtigte Indianer.“ Wer Sprecher wird, entscheide die Versammlung. Er selbst wolle erst einmal in die zweite Reihe zurücktreten. „Meine Aufgabe war es, den Vertrag auszuhandeln, das habe ich erfüllt.“

"Arbeiten auf alle Schultern verteilen"

Auch Dienstpläne müssen für den Start im Januar geschrieben werden. „Wir müssen schauen, wer von den 53 Ehrenamtlichen, die sich schon gemeldet haben, welche Fähigkeiten und Kenntnisse mitbringen und die Arbeiten dann auf alle Schultern verteilen“, so Schmikowski.

Ideen haben er uns seine Mitstreiter reichlich. „Wir sind voller Tatendrang. Wir wollen den Friedhof deutlich aufwerten, Bänke aufstellen, Blumen pflanzen. Er soll ein Park für die Wandhofener werden“, sagt Schmikowski. Er möchte auch mit Schulen und Kindergärten Projekte vor Ort organisieren, die den Kindern das Thema „Tod und Abschied“ vermitteln. Der Ortsheimatpfleger Manfred Klawitter möchte seine Führungen zu den Denkmälern Wandhofens in Zukunft auch über den Friedhof führen.

"Beim Elsebad hat es extrem gut funktioniert"

Kämmerin Bettina Brennenstuhl freut sich auf die Zusammenarbeit: „Beim Elsebad hat die Bürgerbeteiligung extrem gut funktioniert. Vielleicht haben wir mit dem Friedhof auch ein leuchtendes Beispiel für die Republik geschaffen.“

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