Der letzte Ritter von Schwerte hilft Bedürftigen

Schwerter Superlative

Der Degen hängt an der Wand des Arbeitszimmers. Die Ehrentracht, angelehnt an eine ungarische Husaren-Uniform, im Schrank. Nur zu besonderen Anlässen legt Stefan Simon das elf Kilo schwere Gewand als Ritter des ungarischen Vitéz-Ordens an - und ist somit wohl Schwertes letzter Ritter und ein Schwerter Superlativ.

SCHWERTE

, 25.07.2016, 15:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Jahre 2008 wurde ihm der Titel in der historischen Matthiaskirche in Budapest per Ritterschlag verliehen. Noch wenige Monate zuvor hatte der 39-Jährige nie etwas vom Vitéz-Rend (Ungarisch für „Helden-Orden“) gehört, der 1920 vom ungarischen Reichsverweser Admiral Horty gegründet worden war, um verdienten Soldaten des Ersten Weltkriegs Grundstücke und Anerkennung zu geben.

1944 von den deutschen Besatzern und 1945 von den Sowjets verboten, wurde er im Exil weitergeführt, bis er 1992 wieder gerichtlich zugelassen wurde. Simons Neugier war geweckt, als er 2007 im Nachlass seiner Großmutter Fotos seines Urgroßvaters entdeckte, der 1924 von Horty zum Vitéz-Ritter geschlagen worden war.

Tochter Lara wird mit acht Jahren Kadettin

„Ich habe mit dem Orden Kontakt aufgenommen“, berichtet er: „Statt einer Antwort kam ein Aufnahmeformular.“ Denn auch von Seiten seines Vaters, der 1942 den Ritterschlag erhielt, war er titelberechtigt. Im September wird seine Tochter Lara (8) Kadettin.

Der Orden kümmert sich um Bedürftige 

Mittlerweile ist Simon als Residenzkapitän verantwortlich für die 70 der weltweit 4000 Ritter, die in Deutschland leben. Neben der Traditionspflege widmen die sich vor allem der Hilfe Bedürftiger in Ungarn und den angrenzenenden, früher ungarischen Gebieten der Ukraine und Rumäniens.

Mit dem Malteser-Hilfsdienst Hövelhof werden Hilfstransporte und ein Hilfszentrum in Budapest organisiert. Derzeit wird für eine bitterarme ukrainische Stadt gesammelt, deren marodes Feuerwehrauto nicht einmal mehr bis zum zweiten Stockwerk spritzen kann. 

Schwerter Superlative
Übersichtlich, beschaulich, gemütlich - so lieben und schätzen Schwerter ihre kleine Stadt. Doch sie hat auch Großartiges vorzuweisen, glänzt mit Einmaligem und Kuriosem. Wir machen uns auf die Suche und sagen: Das sind Schwerter Superlative.
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