Der Netto in der Schwerter Innenstadt schließt

Zum 17. Juni

Er war nicht mehr der Größte oder der Schickste. Aber wer in der Schwerter Innenstadt nach einem breiteren, preiswerten Lebensmittel-Sortiment sucht, wird den Netto-Markt an der Bahnhofstraße 15 schmerzhaft vermissen. Zum 17. Juni wird die Filiale geschlossen. Nicht die einzige Veränderung in der City.

SCHWERTE

, 03.03.2017, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn der Netto an der Bahnhofstraße zum 17. Juni schließt, verliert die Innenstadt ihren letzten Supermarkt.

Wenn der Netto an der Bahnhofstraße zum 17. Juni schließt, verliert die Innenstadt ihren letzten Supermarkt.

„Mir tut das leid, weil es hier gute, frische Sachen gab“, sagte Renate Heckert am Freitag, als sie mit einem bunten Strauß frischer Frühlingstulpen aus der Eingangstür trat. Sehr oft sei sie in den Laden gekommen, um Kleinigkeiten zu besorgen. Den Großeinkauf erledigt die treue Netto-Kundin in der Großfiliale in Geisecke: „Aber wer kein Auto hat...“ Da denkt sie auch an andere.

Nachmieter noch nicht bekannt

An die vielleicht, die mit der Rolltasche herankommen. Oder die, die mit der Plastiktüte in irgendeiner der Wohnstraßen drumherum oder im Stadtpark verschwinden. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen auf dem Eingangspodest, wo Jack-Russel-Terrier Jacky – angebunden an das Geländer – geduldig auf sein Frauchen Marina Schubert wartet. Die ist als ehrenamtliche Helferin aus dem Grete-Meißner-Zentrum unterwegs. „Ich gehe für eine Bekannte einkaufen, die am Rollator geht“, berichtet sie: „Es ist schlecht, wenn der Netto weggeht und kein neuer Laden kommt.“

Wer künftig die Geschäftsräume nutzen wird, ist noch nicht bekannt. „Es laufen noch Gespräche mit verschiedenen Interessenten“, sagt Vermieter Kemal Cakir. Auch wohin es Netto zieht, ist noch offen. „Bezüglich einer Neueröffnung können wir Ihnen aufgrund der laufenden Verhandlungen noch keine weitere Auskunft geben“, erklärt die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Christina Stylianou.

Sucht Netto nach größeren Räumen?

In Kreisen der Werbegemeinschaft wird jedoch davon gesprochen, dass Netto nach einem größeren Ladenlokal Ausschau halte. Denn in der Filiale an der Bahnhofstraße, die als „Netto City“ geführt wird, kann aufgrund der räumlichen Enge nur ein beschränktes Sortiment präsentiert werden.

Der Netto-Auszug ist aber nicht die einzige Veränderung in der Geschäftswelt an der oberen Bahnhofstraße. Friseurmeisterin Regina Winkler zieht es näher in Richtung Post in größere, noch schönere Räume an der Bahnhofstraße 4, die zuletzt dem Sparkassen-Immobiliencenter dienten.

„Es erfüllt sich gerade ein Traum“, sagt sie, wenn sie von ihrem künftigen „Intercoiffeur Regina Winkler 3.0“ schwärmt. Die Zahl spielt an auf ihren dritten Umzug innerhalb von 18 Berufsjahren in Schwerte – immer in der Bahnhofstraße. Von Haus-Nr. 26 nach Nr. 24 und jetzt nach Nr. 4, wo voraussichtlich im April eröffnet werden kann: „Da ist neuer Raum für unsere Kreativität.“

Blick in die Geschichte
Genau 50 Jahre lang fanden die Schwerter an der Bahnhofstraße 15 einen Supermarkt.
Die Tengelmann-Kette hatte dort 1967 eine Filiale eröffnet, aus der später Plus und dann Netto wurde.
Das Warenangebot bedeutete damals gegenüber den üblichen Tante-Emma-Läden einen Quantensprung.
Ursprünglich dienten die Räume der Gaststätte „Brauhaus“, die 1967 in den Keller zog. Dort blieb sie, bis die letzte Wirtin Margret Kamphausen Ende 2011 starb.

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