Der Schwerter Blaulichttag 2016 fiel ins Wasser

Wenig Besucher

Sturzfluten vom Himmel schwemmten am Sonntagmittag viele Besucher vom Schwerter Marktplatz, wo sich eigentlich die Retter der Ruhrstadt beim Blaulichttag 2016 präsentieren wollten. Schon frühzeitig räumten jedoch viele Aussteller ihr Material wieder ein. Und wegen des Gewitters mussten sie sogar ausrücken.

SCHWERTE

, 04.09.2016, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Ruhrpöttchen" heißt das neue Rettungs-Schlauchboot der DLRG Schwerte, das auf dem künstlichen See auf dem Wuckenhof-Rondell vorgestellt wurde.

"Ruhrpöttchen" heißt das neue Rettungs-Schlauchboot der DLRG Schwerte, das auf dem künstlichen See auf dem Wuckenhof-Rondell vorgestellt wurde.

Auch das Opel-Wrack, das kopfüber für die Demonstration der Rettungsschere auf dem Pflaster lag, wurde unangetastet wieder abtransportiert. Der Höhepunkt des Tags der Rettungsorganisationen wurde mangels Schaulustigen abgesagt.

„Wir brauchen keine Übung für uns selber zu machen“, sagte Marcus Göbel, Pressesprecher der Feuerwehr, während seine Kollegen Gitterboxen voller Colakisten zurück in den Transporter schoben. „Es ist alles nass geworden“, ärgerte sich Göbel: „Jetzt müssen wir das in den Gerätehäusern wieder trocknen.“

Drei Blitzeinschläge in Villigst

Zum Einsatz kamen seine Kollegen aber trotzdem. Wie in den meisten Fällen überraschend. „Wir hatten drei Blitzeinschläge in Villigst“, berichtete Göbel. Wie gut, dass die Drehleiter immer abfahrbereit – das Führerhaus zur Brückstraße – vor dem Ruhrtalmuseum parkte.

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Das war der Blaulichttag 2016 auf dem Schwerter Markt

Sturzfluten vom Himmel schwemmten am Sonntagmittag viele Besucher vom Schwerter Marktplatz, wo sich eigentlich die Retter der Ruhrstadt beim Blaulichttag präsentieren wollten. Schon frühzeitig räumten jedoch viele Aussteller ihre Fahrzeuge wieder ein.
04.09.2016
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Einträchtig nebeneinander warben Technisches Hilfswerk und Maltester-Hilfsdienst um Nachwuchs.© Foto: Reinhard Schmitz
Statt Schauübung hieß es am frühen Nachmittag für die Feuerwehr: Einpacken.© Foto: Reinhard Schmitz
Der Rettungsring half den Veranstaltern des Blaulichttags nicht gegen die Regengüsse von oben.© Foto: Reinhard Schmitz
Der Opel lag schon auf dem Dach bereit, aber die Rettungsübung wurde mangels Besuchern abgesagt.© Foto: Reinhard Schmitz
Leergefegt war der Marktplatz nach den Gewittergüssen beim Blaulichttag. Einzig Helga Winkler ließ sich den Spaß am Apfelkuchen mit Kaffee nicht vermiesen.© Foto: Reinhard Schmitz
Leergefegt war der Marktplatz nach den Gewittergüssen beim Blaulichttag. Einzig Helga Winkler ließ sich den Spaß am Apfelkuchen mit Kaffee nicht vermiesen.© Foto: Reinhard Schmitz
Geflutet war das Rondell auf dem Wuckenhof für Demonstrationen beim Blaulichttag.© Foto: Reinhard Schmitz
Im Baggern versuchen durften sich Kinder am Stand des Technischen Hilfswerks auf dem Spielplatz an der Ruhrstraße.© Foto: Reinhard Schmitz
Mit Playmobil-Männchen hatten die DLRG-Helfer eine Rettungsstation auf dem künstlichen See auf dem Wuckenhof aufgebaut.© Foto: Reinhard Schmitz
Das DLRG-Maskottchen verteilte Luftballons und Bonbons.© Foto: Reinhard Schmitz
Auf den Namen "Ruhrpöttchen" taufte Landrat Michael Makiolla das neue DLRG-Rettungsboot auf dem künstlichen See auf dem Wuckenhof-Rondell.© Foto: Reinhard Schmitz
Auf den Namen "Ruhrpöttchen" taufte Landrat Michael Makiolla - passend mit einem Piccolöchen - das neue DLRG-Rettungsboot auf dem künstlichen See auf dem Wuckenhof-Rondell.© Foto: Reinhard Schmitz
"Ruhrpöttchen" heißt das neue Rettungs-Schlauchboot der DLRG Schwerte, das auf dem künstlichen See auf dem Wuckenhof-Rondell vorgestellt wurde.© Foto: Reinhard Schmitz
Wie selbst ein tonnenschwerer Unimog mit Luftkissen angehoben werden kann, demonstrierte das Technische Hilfswerk auf dem Wuckenhof.© Foto: Reinhard Schmitz
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An normalen Schautagen wäre das Prunkstück der Feuerwehr sicherlich von Kindern umlagert gewesen. Die standen aber noch nicht einmal auf dem Spielplatz an der Ruhrstraße richtig Schlange, wo das Technische Hilfswerk die Chance bot, einmal selbst den Greifer des mächtigen blauen Baggers zu steuern.

Auch das Maskottchen der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG), ein Seehund, hatte es schwer, seine bunten Luftballons und süßen Bonbons unters Volk zu bringen. Mutterseelenallein saß Besucherin Helga Winkler auf der trocken gewischten Biertisch-Garnitur vor ihrem Apfelkuchen. „Der schmeckt gut“, sagte die einsame Besucherin und ließ sich den Spaß nicht verwässern.

Immer weniger Ehrenamtliche

Eigentlich hatten die Rettungsorganisationen vorgehabt, mit ihren gemeinsamen Vorführungen bei vielen Schaulustigen um ehrenamtlichen Nachwuchs zu werben. Der sei immer schwerer zu finden, berichtete Martin Kolöchter, 2. Vorsitzender des Roten Kreuzes (DRK) Schwerte. Nicht etwa wegen unattraktiver Angebote, sondern wegen der Erwartungshaltung junger Menschen: „Man hört öfter den Satz ,Was krieg´ ich?´ als ,Wie kann ich mich einbringen?´“. Aber bei Schadensereignissen werde dann erwartet, dass die Rettungsorganisationen sofort eingriffen.

Mittlerweile – so Kolöchter weiter – könne sogar der Sanitätsdienst nicht mehr im gewohnten Umfang angeboten werden: „Die Leute sind völlig überlastet.“ Denn statt früher auf 50 Personen könne man heute nur noch auf 15 bis 20 Ehrenamtliche zurückgreifen.

„Im Moment bin ich ratlos, wie man die Menschen bekommt“, erklärte der DRK-Vize. Ehrenamtliche wie der neben ihm stehende Jörg Schindel, der seit seinem 14. Lebensjahr Rotkreuz-Mitglied ist, werden rar. Denn viele hätten den Anspruch, das Ego ganz nach vorn zu stellen nach dem Motto: „Meine Zeit stelle ich nur dann zur Verfügung, wenn ich dazu Lust habe und nicht, wenn ich gebraucht werde.“

Schlauchboot schwamm am Wuckenhof

Zumindest ein weiteres Hilfsgerät konnte aber in Dienst gestellt werden: Ein nagelneues DLRG-Schlauchboot schwamm auf dem eigens gefluteten Pflasterrondell am Wuckenhof. Landrat Michael Makiolla taufte den kleinen Bruder eines größeren Rettungsbootes auf den Namen „Ruhrpöttchen“, indem er ihn passend mit einem Piccolöchen besprengte.

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