Der Traum vom eigenen Schwerter Bier ist geplatzt

Keinen Standort gefunden

Die Träume von einem Schwerter Bier waren offenbar nur Schäume. Eigentlich wollte sich Brauer Dirk Meyer mit seiner Hausbrauerei an der Rohrmeisterei niederlassen. Nun gab er bekannt: „Die Tendenz geht eher dazu, dass wir uns nicht in Schwerte niederlassen.“ Wir haben nachgefragt, warum.

Schwerte

, 28.08.2015, 19:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Traum vom eigenen Schwerter Bier ist geplatzt

Dirk Meyer (M.), Chef der Canoue-Brauerei, wollte gerne sein Bier in Schwerte brauen. Bei Planungsbeginn stieß er noch mit Bürgermeister Heinrich Böckelühr (l.) und Rohrmeisterei-Chef Tobias Bäcker (r.) an. Jetzt ist der Traum vom Schwerter Bier ausgeträumt.

„Wir sehen im Moment keine Perspektive, dass sich da was tut“, so Meyer weiter. Auch andere Standorte in Schwerte scheinen nicht geeignet. Ganz weg aus der Region will er allerdings nicht. Zumindest im Kreis Unna möchte er verbleiben. „Wir suchen weiter, bis wir das passende Objekt gefunden haben.“

Entwürfe eines Architekten habe es laut Rohrmeisterei-Stiftungsvorstand Tobias Bäcker schon gegeben. Das Problem dabei: Schon die Errichtung hätte rund zwei Drittel der Investitionskosten verschlungen, die Meyer einmal auf rund 1,5 Millionen Euro bezifferte. „Für den Bau hätte er einen Investor gebraucht“, so Bäcker: „Das können wir nicht sein.“

Gästehaus weiter ein Thema

Die Pläne für ein Gästehaus der Rohrmeisterei, die in räumlichem Zusammenhang mit dem Brauereiprojekt standen, bleiben für Becker indes weiterhin ein Thema: „Das verfolgen wir weiter.“

Vor vier Jahren hatte der Brauer mit mit Bürgermeister Heinrich Böckelühr und Rohrmeisterei-Chef Bäcker auf das Projekt angestoßen. Als Standort war dabei der Ostzipfel des Rohrmeisterei-Parkplatzes angedacht. Größe: 80 bis 100 Quadratmeter, wo zwei Kessel von je 500 Litern eine Jahresproduktion von 750 Hektolitern ermöglichen sollten.

Anlehnung an originalen Rezepten

2013 hatte Meyer auch das Rezept für den Gerstensaft entwickelt.  Es war originalen Rezepten der früheren Ostermann-Brauerei in der Gasstraße nachempfunden, die 1918 als letzte Schwerter Braustätte ihre Pforten geschlossen hatte. Das bernsteinfarbene Helle sollte nicht in Pilsener, sondern in der sogenannten obergärigen Brauart entstehen. Den Reiz machte dabei für Meyer die Symbiose von Tradition und modernen Möglichkeiten aus. 

Schmecken konnten das Schwerter Bier nur wenige. Der Grund dafür: „Weil es authentisch sein soll, muss es auch dort gebraut werden“, betont Meyer. Wenn er nicht nach Schwerte kommt, wird es also auch kein Schwerter Bier in den Gläsern geben. „Vielleicht werden wir das Rezept noch einmal verwenden, dann aber unter anderem Namen“, überlegt er.

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