Die Bahnsteige sind nach drei Jahren fast fertig - aber die nächste Baustelle kommt

rnBahnhof Schwerte

Seit fast drei Jahren laufen die Arbeiten zum barrierefreien Umbau des Bahnhofs Schwerte. Im Dezember sollen das 11-Millionen-Euro-Projekt abgeschlossen sein. Doch es gibt weitere Pläne.

Schwerte

, 13.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bahnhof bleibt eine Baustelle. Das ist eine positive Nachricht. Denn die Deutsche Bahn gibt sich nicht damit zufrieden, wenn die seit drei Jahren laufende Modernisierung der Bahnsteige im Dezember abgeschlossen ist. Anschließend soll auch noch das historische Empfangsgebäude mit der Eingangshalle schick gemacht werden.

„Es gibt Ideen“, verriet Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer, als er am Freitag die SPD-Ratsfraktion mit Bürgermeister Dimitrios Axourgos über den Stand der Arbeiten informierte. Konkreter wollte er noch nicht werden, weil der Umfang der Maßnahme davon abhänge, wieviel Geld man dafür locker machen kann. Das Dach - so ließ er später verlauten - müsse auf jeden Fall neu gedeckt werden. Und im Inneren sollen bislang leerstehende Flächen neu genutzt werden, damit sich die Renovierung rechnet. Denkbar ist beispielsweise eine Gastronomie.

Ein WC würde nur Kriminelle anziehen

Einen Wunsch, den SPD-Fraktionsvorsitzende Angelika Schäfer noch einmal ins Gespräch brachte, wird die Bahn aber auf keinen Fall erfüllen. Eine Toilettenanlage wird sie nicht bauen. Damit hat man zu schlechte Erfahrungen genannt, wie Seelmeyer aufzählte. Wenn ein WC nicht ständig von Personal betreut werde, würde es dort innerhalb kürzester Zeit Graffiti und Drogenhandel geben.

So etwas braucht man nicht in einem Bahnhof, der wieder zur Visitenkarte der Stadt werden soll. Elf Millionen Euro - so erklärte Jörg Seelmeyer - sind in die barrierefreie Modernisierung der drei Bahnsteige gesteckt worden. Sie wurden auf eine Höhe von 76 Zentimetern angehoben, damit man nahezu ebenerdig in die Züge einsteigen kann. Aus dem Tunnel kommt man mit neuen Aufzügen herauf, deren letzter in den nächsten Wochen montiert wird. Die Fahrstühle erhalten ein Modul, das Störungen in Sekundenschnelle meldet. In der Smartphone-App Bahnhof-live könnten Fahrgäste sich so jederzeit vorab informieren, ob die Anlage funktioniert.

Die Bahnsteige sind nach drei Jahren fast fertig - aber die nächste Baustelle kommt

Im Endspurt der Modernisierung erhält die Unterführung zu den Gleisen noch einen neuen Bodenbelag und einen frischen Deckenanstrich. © Manuela Schwerte

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Vorteil des barrierefreien Umbaus sei, dass „gleichzeitig alles neu gemacht“ wird, erläuterte Seelmeyer. Einschließlich der Bahnsteigdächer, die für einen Bahnhof dieser Größenordnung eigentlich gar nicht vorgesehen seien. Aber Ehrenbürgermeister Heinrich Böckelühr habe dafür „gekämpft wie ein Löwe“.

Auch die Unterführung zu den Gleisen wurde neu gefliest. Als Restarbeit erhält sie jetzt noch einen neuen Bodenbelag und einen frischen Deckenanstrich. „Dann haben wir für die nächsten 30, 40, 50 Jahre hoffentlich Ruhe mit der Infrastruktur“, sagte Seelmeyer. Ausgenommen davon sind noch Investitionen in die Sicherheitstechnik, „von denen auch Schwerte profitieren wird“.

Was es im Schwerter Bahnhof nicht geben wird, sind Aschenbecher. Er wird komplett rauchfrei bleiben. Denn eigene Raucherbereiche weist die Bahn nur in Bahnhöfen ab einer Größenordnung aus, wie sie beispielsweise in Hamm erreicht wird. Auch die Schließfächer, nach denen Ratsherr Rolf von Lünen fragte, kommen nicht zurück. „Sie haben sich nicht gerechnet“, sagte Jörg Seelmeyer.

Anzeigetafel kehrt in die Bahnhofshalle zurück

Eine offizielle Eröffnung ist im Januar vorgesehen. Bis dahin soll auch die vor einigen Monaten defekt ausgebaute Anzeigetafel in der Bahnhofshalle ersetzt sein, wofür sich Bürgermeister Axourgos ausdrücklich bedankte. Durch den Umbau erhalte der Bahnhof eine „eindeutige Aufwertung“.

Die folgende Renovierung des Empfangsgebäudes sei der letzte Schritt, bei dem Bahn und Stadt zusammenarbeiten wollen. Denn mit der Stadtspitze gebe es „historisch gewachsen ein tolles Verhältnis“, wie Jörg Seelmeyer lobte. Das habe sich schon gezeigt, als Schwerte im Vorgriff der Bahnsteigs-Modernisierung den Bahnhofsvorplatz umgestaltet habe.

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