Die gefährlichsten Orte im Schwerter Straßenverkehr

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Fünf Unfallschwerpunkte gibt es im Stadtgebiet Schwerte, so der Bericht der Unfallkommission des Kreises Unna. Die gefährlichen Stellen sind dabei schon längere Zeit bekannt, passiert ist bisher nichts. Wo Sie in Schwerte besonders aufpassen sollten und wie diese Orte ermittelt wurden, erfahren Sie hier.

SCHWERTE

, 02.06.2017, 17:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

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Fünf Stellen im Stadtgebiet gelten weiterhin als Unfallschwerpunkte. Das hat die Unfallkommission des Kreises festgestellt. Eine Überraschung ist nicht darunter. Alle gefährlichen Kreuzungen im Stadtgebiet standen auch schon in der Vergangenheit auf der Liste.

Dennoch habe man viel getan, manches sei aber vergeblich gewesen, erklärte Siegfried Kuhn, der bei der Stadtverwaltung für den Bereich Straßenverkehr zuständig ist. Einige Bereiche seien auch nur schwer zu entschärfen. An anderen Kreuzungen liegt es daran, dass viele Behörden mit im Boot sind und die Stadtverwaltung nicht alleine entscheiden kann.

Das sind die fünf Unfallschwerpunkte:

Auffahrt A 1

Keine Entwarnung kann Kuhn für die A1-Auffahrt Richtung Bremen geben. Seit Jahren gibt es dort immer wieder schwere Unfälle. Zuletzt wurde eine junge Frau im Januar bei einem Zusammenstoß schwer verletzt. Sinnvoll sei eine Ampelschaltung für Linksabbieger, die auch schon bei der Auffahrt in Richtung Köln für niedrigere Unfallzahlen gesorgt hat. Doch angesichts des in diesem Jahr beginnenden Ausbaus der B 236 werde der Landesbetrieb Straßen.NRW, der für die Bundesstraße zuständig ist, erst mit dem Neubau die Linksabbiegespur einrichten.

Heidestraße/Bergstraße

Ähnliches gilt auch für die Kreuzung nördlich der Auffahrt, wo Heidestraße und Bergstraße auf die B236 treffen. „Wir haben dort in den vergangenen Jahren die Beleuchtung überprüft und die Lichter der Ampel vergrößert, letztlich ohne durchschlagenden Erfolg“, so Kuhn. Aber auch hier wartet man wohl auf den Ausbau der Bundesstraße.

Auffahrt Ergste

Bei der anderen Autobahnauffahrt in Ergste sieht das anders aus. „Das ist eigentlich keine Unfallhäufungsstelle mehr, seit die Geschwindigkeit dort auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt wurde“, so Kuhn. Durch die langfristige Betrachtung tauche die Auffahrt Ergste aber weiterhin in der Liste auf.

Rosenweg

Hoffnung gibt es für den Rosenweg. Im Bereich des Einkaufszentrums sind vor allem Radfahrer und Fußgänger gefährdet. Sie sollen eine Querungshilfe im Bereich der Friedrich-Hegel-Straße erhalten. „Der Bau sollte eigentlich schon 2015 erfolgen, wurde aber auf dieses Jahr verschoben“, so Kuhn. Bürgermeister Heinrich Böckelühr plädiert zudem dafür, hier Tempo 30 einzurichten. Der Vorschlag war von Anwohnern an ihn herangetragen worden. Entscheiden muss das der zuständige Ratsausschuss. Die Verwaltung befürwortet den Vorschlag.

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Bahnhofstunnel

Sorgenkind bleibt die Bahnhofsunterführung. Der kombinierte Rad-Fußweg bleibt gefährlich. „Durch die am 17. Juni geplante Sprayaktion könnte es insgesamt im Tunnel etwas heller werden“, glaubt Kuhn. An diesem Tag sollen wie berichtet die bislang dunklen Stahlträger mit hellen Graffiti verziert werden.

Letztlich helfe im Tunnel aber nur gegenseitige Rücksichtnahme. Man habe zuletzt Piktogramme auf den Radweg gemalt, um Radfahrern die richtige Straßenseite anzuzeigen und die Papierkörbe am Geländer zur Straße entfernt. Aber der Weg bleibt zu eng für Radler und Fußgänger. Doch einen Tipp hat Kuhn für Fahrradfahrer. „Es gibt keine Pflicht, den Radweg dort zu nutzen“, betont er. Wer zügig und sicher fährt, kann im Tunnel auch die Straße benutzen.

 

Auf der nächsten Seite lesen Sie, wie die Unfallschwerpunkte ermittelt wurden

Mit insgesamt fünf gefährlichen Kreuzungen führt Schwerte gemeinsam mit Unna die Statistik der Unfallkommission im Kreis an. Wer das entscheidet und wofür die Daten eigentlich dienen, klären wir in Fragen und Antworten.

 

Was ist eine Unfallkommission?

Unfallkommissionen sollen Verkehrsunfälle in einer Kommune zunächst statistisch auswerten und dann auffällige Örtlichkeiten näher untersuchen. Rechtsgrundlage hierfür sind Bundes- und Landeserlasse.

 

Wer ist in der Unfallkommission vertreten?

Im Kreis Unna sind das der Kreis selber, die jeweilige Stadt und die Polizei. Hinzu kommen Vertreter des Landesbetriebs Straßen.NRW, die für die Bundes- und Landesstraßen zuständig sind. „Die Fäden hält der Kreis in der Hand, wie Kreissprecherin Constanze Rauert erklärt.

 

Ab wann ist eine Kreuzung ein Unfallschwerpunkt?

Ein Unfallschwerpunkt ist entweder dann erreicht, wenn sich innerhalb eines Jahres typische Unfälle mit hohem Schaden oder Verletzten häufen, oder wenn innerhalb von drei Jahren mehrere tödliche Verkehrsunfälle an einer Stelle vorkommen.

 

Was passiert, wenn eine Stelle als Unfallhäufungsstelle erkannt wurde?

Die Kommission begutachtet alle Orte, die statistisch auffällig waren und sieht sich die Pläne der Gefahrenstelle an. In Einzelfällen fährt man auch persönlich zu den Kreuzungen. Dann schlägt die Kommission ihre Maßnahmen vor. Die können vom Rückschnitt einer Hecke über ein Tempolimit bis zu einem Umbau der Straße reichen.

 

Sind die Verantwortlichen für die jeweilige Straße verpflichtet, die Vorschläge umzusetzen?

„Prinzipiell ja“, erklärt Siegfried Kuhn. Schließlich habe man es gemeinsam vereinbart. Meist seien es eher kleine Maßnahmen gewesen, die finanziell die Stadt nicht groß belasten.

 

Wie lange bleibt ein Unfallschwerpunkt in der Statistik?

Erst wenn drei Jahre lang keine Unfallhäufung war, verschwindet der Unfallschwerpunkt aus der Statistik. Denn dann weiß man, dass die Lösungen wirklich wirken.

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