Die Krätze kehrt zurück - auch nach Schwerte

Hautkrankheit ausgebrochen

Vorsicht, Krätze: 2016 war ein Rekordjahr für die Milben, die für stark juckende Infektion verantwortlich sind. Wie viele Infektionen es gibt, woher die Krankheit kommt, wie man sie kriegt und wie man sie wieder los wird, das haben uns Hautärzte aus Schwerte verraten.

SCHWERTE

, 13.01.2017, 18:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Krätze kehrt zurück - auch nach Schwerte

Die Obdachlosen-Ärztin Jenny De la Torre zeigt am 18.02.2014 in Berlin in ihrer Praxis im Gesundheitszentum für Obdachlose ein Foto auf ihrem Laptop von einem Patienten der von Krätze befallen ist. Fast täglich findet die Berliner Ärztin auf der Haut eines Patienten kleine Bläschen und Pusteln oder hört Klagen über starken Juckreiz. Die Krätze (Skabies) ist in ihrer Praxis Alltag. Foto: Daniel Naupold/dpa (zu dpa-KORR "Von wegen ausgerottet: Krätzemilben bohren sich unter die Haut" vom 21.02.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

„Wir sind seit 21 Jahren in Schwerte niedergelassen, aber in der Form haben wir es noch nie erlebt“, sagt der Hautarzt Dr. Georg Papathanassiou.

Zuletzt habe er eine auffällige Häufung vor rund 15 Jahren beobachtet – aber längst nicht so extrem. Statistische Zahlen hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe bislang erst bis zum zweiten Halbjahr vorliegen.

  • Aber auch diese Daten sprechen schon eine mehr als deutliche Sprache. 664 Mal wurde die Diagnose „Krätze“ im zweiten Halbjahr 2016 im Kreis Unna von Haus-, Kinder- und Hautärzten gestellt.
  • Das sind doppelt so viele Diagnosen wie im gleichen Zeitraum 2015 und fast dreimal so viele wie im zweiten Quartal 2014.
  • Wie groß davon der Anteil von Schwerte ist, hat die Statistik nicht erfasst. Und meldepflichtig ist Scabies – wie die ansteckende Krätze offiziell heißt – nur in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten.

Wie wird die Krankheit übertragen?

  • Die Übertragung der Krankheit trete vor allem in der kalten Jahreszeit stärker auf, wenn die Menschen näher zusammenrücken. „Man braucht Hautkontakt dazu“, erklärt Dr. Papathanassiou.
  • Eine flüchtige Berührung reiche allerdings in der Regel nicht: „Man muss schon 30 Sekunden die Hand schütteln, um sich anzustecken.“

Was kann man machen, wenn man sich angesteckt hat?

  • Der Kreis Unna rät, umgehend einen Arzt aufzusuchen, sobald man erste Symptome bemerkt.
  • Behandelt wird die Krätze laut Dr. Papathanassiou in den meisten Fällen äußerlich mit einer Creme: „Man lässt sie acht Stunden drauf und muss sich dann abduschen vom Hals bis zu den Füßen.“
  • Danach lasse der Juckreiz nach und man sollte nicht mehr ansteckend sein, sagt der Mediziner. Vorsichtshalber erfolge aber sieben bis zehn Tage später noch einmal eine Nachbehandlung.

Scabies (Kräze)
Überträger der Krätze (Scabies) sind mikroskopisch kleine Milben. Die Parasiten nisten sich in der Haut ein und legen Eier.Wenn vier bis sechs Wochen später die Jungmilben aus den Eier schlüpfen, beginnt beim Patienten der Juckreiz. Im weiteren Verlauf folgen stecknadelgroße Bläschen, dann gerötete Hautknötchen und Eiterpusteln. Befallen sind vor allem die Zwischenräume der Finger, die Handgelenke, die Umgebung der Brustwarzen, die Ellenbogen und die Leistenregion. Ohne Behandlung sind die Patienten während der gesamten Krankheitsdauer, die im Schnitt acht Wochen dauert, ansteckend.

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