Die Kunst der Teebeutel-Anhänger

Zwischenraum Ateliers

SCHWERTE "Das ist die Nummer eins." Mit Mühe hält Eva Witter-Mante den schweren alten Rahmen, groß wie ein Fenster. Hinter seinem Glas ruht auf rotem Samt der Teebeutel-Anhänger, bei dem es Klick gemacht hat. Das Papierstückchen in Lampionform mit dem aufgedruckten Engel hing an einem Tee, den die Künstlerin 1989 in New York bestellte.

von Von Tilman Abegg

, 12.06.2009, 16:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verpackungen aus Papier, Holz, Plastik oder Metall gehören mit zur Ausstellung.

Verpackungen aus Papier, Holz, Plastik oder Metall gehören mit zur Ausstellung.

Die Urlaube änderten sich: Die praktischen, schnellen Wege von der Unterkunft zum Tagesziel schlugen Bogen, wurden kreisende Streifzüge durch Supermärkte, Feinkostläden und Teefirmen. "So lernten wir viele Städte ganz neu kennen", erzählt Eva Witter-Mante. Im hinteren Raum ist Harald Mante in die praktische Vorbereitung der Ausstellung vertieft. An einem langen Tisch arrangiert er Teebeutel auf den Tableaus für die Vitrinen: Nach Sorten, Farben, Formen oder Design. Aus einem Karton mit Tee-Verpackungen zieht er eine längliche rote Schachtel mit schicken Fensterchen für jede Sorte. "Irre, was es alles gibt. Das hier wusste ich gar nicht mehr."

Deswegen mache er diese Ausstellung, sagt Mante: "Gerade die alltäglichen Dinge bieten viel Witz und Interessantes." Er öffnet eine Holzbox, eine Art Tee-Humidor mit gestapelten Beutelchen: "Hier tut sich eine ganze Welt auf." Eva Witter-Mante blickt nebenan auf die vier Tableaus an der Wand: Farbige Rechtecke mit weißen Schnüren auf grauem Samt, wie eine Miniaturdrachen-Parade vor bewölktem Himmel. "Wir haben die Fäden bewusst dran gelassen. Damit man erkennt, was es ist." Sie überlegt kurz. "Die gehören einfach dazu."

 

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