Die Lehrer in Schwerte werden immer jünger

Sinkender Altersdurchschnitt

Der Anteil junger Lehrer an den Schulen in Schwerte ist gewachsen, besonders an den Gymnasien. Ein junges Kollegium hat viele Vorteile, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Und: Trotz des positiven Trends, fehlen immer noch viele Lehrerkräfte – vor allem an den Grundschulen.

SCHWERTE

, 19.09.2017, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lehrer in Schwerte sind heute jünger als noch vor fünf Jahren. Besonders die Gymnasien haben ein junges Kollegium. Das geht aus Zahlen der Statistikstelle des Landes, IT.NRW hervor. Am ältesten waren die hauptberuflichen Lehrer im Schuljahr 2016/17 an der Schwerter Hauptschule. Mit durchschnittlich 57,2 Jahren blieben der inzwischen ausgelaufenen Schule die älteren Lehrer erhalten, während sich die Jungen nach und nach neuen Stellen zuwandten.

Auf die Hauptschule folgen die Realschulen mit einem Durchschnittsalter von 49,4 Jahren, die Gesamtschulen mit 48,5 Jahren und die Grundschulen mit 47,4 Jahren im Schuljahr 2016/17. Am jüngsten sind die Lehrer an den beiden Gymnasien. 42,8 Jahre ist hier das Alter im Schnitt.

Ruhestands- und Neueinstellungswellen

Damit liegen die Gymnasiallehrer deutlich unter dem Schwerter Durchschnitt von 46,7 Jahren. 2011/12 waren die Kollegien auch an den beiden Gymnasien noch deutlich älter, im Schnitt 46,5 Jahre. Die Ruhestands- und Neueinstellungswellen an den Gymnasien haben aber dafür gesorgt, dass viele junge Lehrer nach Schwerte kamen.

Von den „Wellen“ berichtet auch Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. „Dieser Trend ist durch die Altersstruktur entstanden, durch die es viele Pensionierungen hab und logischerweise dann auch viele Neueinstellungen, die die Kollegien verjüngen.“

Junge erklären den älteren Kollegen Neuerungen

„Wir sind tatsächlich heute ein sehr junges Kollegium. Und durch unsere neuen Kollegen sogar noch jünger geworden“, bestätigt Heiko Klanke, der das Friedrich-Bährens-Gymnasium (FBG) leitet. Die Schule habe in diesem Jahr drei junge Kolleginnen eingestellt und zwei ältere seien in den Ruhestand gegangen, sagt Klanke.

Vanessa Schüller ist eine der Neuzugänge des Gymnasiums.Die 28-Jährige hat im Februar ihre Stelle am FBG angetreten und bedient die Fächer Spanisch und Englisch. Da ihr Referendariat noch nicht allzu lange zurückliege, sagt sie, könne sie ihren älteren Kollegen Neuerungen gut erklären. Sie ist sehr motiviert: „Die Arbeit mit den jungen Leuten gibt mir viel zurück. Ich freue mich darauf, den Entwicklungsprozess der Schüler zu begleiten und zu gestalten.“

Ein höheres Alter habe nicht unbedingt Nachteile

„Es ist hier ein anderes Klima. Der Umgangston ist anders, die Kollegen sind motiviert. Auf der anderen Seite will so ein jüngeres Kollegium geführt werden“, beschreibt Schulleiter Klanke eine der Herausforderungen. Auch würden junge Kollegen zwar oft mehr Stunden unterrichten, jedoch müsse man sich bei ihnen darauf einstellen, dass eine Elternzeit eingelegt werde. „

Jede Generation bringt ihre eigenen Erfahrungen mit und Vorteile“, stimmt ihm Bärbel Eschmann zu, Leiterin des Ruhrtal-Gymnasiums (RTG). Ein höheres Alter, sagt sie, habe nicht unbedingt Nachteile: „Wer sich berufen fühlt, engagiert sich auch im Alter noch gerne.“

Lehrerzahlen in der Ruhrstadt gesunken

Der überwiegende Teil der Lehrer in Schwerte ist laut IT.NRW weiblich: 270 Lehrerinnen gibt es in der Ruhrstadt, in der nur 100 Männer unterrichten. Ein weiterer Trend laut IT.NRW: Das Bundesland hat kräftig eingestellt und so gab es im Schuljahr 2016/17 mit 157.970 Lehrern deutlich mehr als noch 2011/12 mit 157.005 NRW-Lehrern.

Für die Ruhrstadt aber gilt das nicht. In Schwerte gab es 2016/17 mit 370 Lehrern deutlich weniger als noch vor fünf Jahren (412). Ein Grund: die Schulschließungen. Während die Hauptschule bereits geschlossen ist, laufen die Realschulen aus und brauchen daher mit abnehmender Schülerzahl auch weniger Lehrer. 122 Lehrer arbeiten in Schwerte an Grundschulen, 114 an den Gymnasien, 91 an den Gesamtschulen und 34 an den auslaufenden Realschulen.

Engpässe vor allem an Grundschulen

Auch im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg sind die Lehrerzahlen gesunken. „Es gelingt nicht immer, offene Stellen auch zu besetzen, weil die Bewerber fehlen. Davon sind vor allem Grundschulen betroffen.“ Es gebe, sagt Söbbeler, einfach nicht genügend Leute, die sich für ein Lehramtsstudium entscheiden. Das Problem der Grundschulen: Das eigentlich kürzere Grundschulstudium ist im Zuge der Bachelor-Master-Studiengänge verlängert worden. Die Umstellung sorgt derzeit für Engpässe.

 

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