Die letzte Ruhestätte für das geliebte Haustier

Ältester Tierfriedhof in NRW

Sie sind häufig Jahre lang treue Wegbegleiter, ersetzen manchmal Familienmitglieder: Wenn Haustiere sterben, kann das für die Halter ein schwerer Verlust sein. Auf dem Tierfriedhof in Dortmund können die Tiere ihre letzte Ruhestätte finden. Ein Schwerter erzählt, warum er seine Katzen dort beerdigen ließ.

SCHWERTE

, 18.06.2016 / Lesedauer: 3 min

Bunte Windrädchen drehen sich, die Sonne scheint auf bunte Gräber und glänzende Grabsteine. Auf dem Tierfriedhof im Dortmunder Stadtteil Kley, direkt hinter Ikea, liegt der älteste Tierfriedhof in NRW. Auch Alexander Beitmann aus Schwerte hat hier seine beiden Katzen beerdigt.

Liebevoll geschmückte letzte Ruhestätten

„Verrückt, nicht?“, fragt er immer wieder, wenn er von den Gräbern erzählt und über den Friedhof spaziert und Gräber zeigt. Von Hunden, Katzen, Meerschweinchen – aber auch von Hamstern und sogar Ratten. Herzzerreißende Texte auf teuren Grabsteinen, liebevoll geschmückte letzte Ruhestätten.

Seit 30 Jahren gibt es den Tierfriedhof in Kley. „Irgendjemand hatte uns damals von diesem Friedhof erzählt“, sagt Beitmann. Er kommt aus der Ukraine, ist seit 1996 in Dortmund. Er fährt Taxi für ein Dortmunder Unternehmen, wohnt aber in Schwerte am Lenningskamp.

Beerdigungszeremonie für Kater Jaschka 1998

Der erste Kater, Jaschka, der verstarb 1998 mit 13 Jahren. Auch er kam aus der Ukraine nach Deutschland und wurde in einer kleinen Beerdigungszeremonie damals auf dem Friedhof beerdigt. Als 2015 die zweite Katze, Tomas, an einem Schlaganfall verstarb, war sofort klar: „Der kommt zu Jaschka auf den Tierfriedhof“, sagt Beitmann. Die Katzen sind enorm wichtig, insbesondere für seine Frau. „Sie weint bis heute, wenn sie ein Bild von Tomas sieht“, sagt er. Sie sind für uns wie Kinder, fügt er an.

Auf dem Grab der Kater hat Beitmanns Ehefrau Ludmilla liebevoll alte Christbaumkugeln platziert. Der Grabstein ist nüchtern, ein Sandstein mit den eingemeißelten Namen. Ganz anders als bei anderen. Da ist der Fantasie keine Grenze erlaubt. Kristallkugeln, Portraits, Plastiken der Tiere und oft Fotos von den Tieren mit ihren Hinterbliebenen.

Jeder, der eine Grabstätte hat, bekommt einen Schlüssel

Etwas über 800 Grabstätten gibt es, sagt Angela Hoppmann, die den Friedhof verwaltet. Jeder, der eine Grabstätte hat, bekommt auch einen Schlüssel. Für Fremde ist der Friedhof nicht zugänglich. Die Beerdigungsformen sind vielfältig. „Es gibt anonyme Grabstätten und auch ein Urnenfeld“, sagt Hoppmann. Urnengräber seien aber eher eine Seltenheit. Für Alexander Beitmann ist das Grab ein schöner und wichtiger Ort. „Solange ich das Grab bezahlen kann, wird es hier bleiben“, sagt er.

Und eine neue Katze wird auch demnächst angeschafft. Sicher ist: es soll eine blaue Britisch-Kurzhaarkatze sein. „Ein Babykater“, freut sich Beitmann und man spürt genau, dass sie genauso geliebt wird wie Jaschka und Tomas.  

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