Diebe flexen Bronze-Engel von Grab in Geisecke

80-Kilo-Statue

Einen rund 80 Kilogramm schweren Bronze-Engel haben unbekannte Täter von einem Grabmal auf dem evangelischen Friedhof am Buschkampweg in Geisecke abgesägt. Um die Statue abzutransportieren, knackten sie mit einem Bolzenschneider auch noch die Tür eines Geräteschuppens, wo eine Schubkarre stand.

GEISECKE

, 28.08.2017, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diebe flexen Bronze-Engel von Grab in Geisecke

Rund 80 Kilogramm schwer war der Bronzenegel, den Unbekannte auf dem evangelischen Friedhof in Geisecke von seinem Sockel absägten und entwendeten.

Ereignet haben muss sich die Tat zwischen Donnerstagabend und Freitagmittag, wie die Polizei mitteilt. Da habe eine Frau, die ein Nachbargrab besuchte, den Diebstahl bemerkt, sagte am Montag Polizei-Sprecherin Vera Howanietz. „Das war ein Hingucker für den Friedhof“, erklärt Verwalter Frank Schröer. 2009 hätte ein Mann die Figur für seine gestorbene Frau aufstellen lassen.

9500 Euro netto habe das Denkmal damals gekostet, weiß der Aufsteller, der Steinmetz Axel Werthmann von der Hörder Straße. Inzwischen seien die Metallpreise gestiegen, so dass er die Wiederherstellung einschließlich Befestigung auf 14.000 bis 15.000 Euro schätzt.

Trotzdem glaubt Werthmann nicht, dass die Diebe den Engel einschmelzen wollten: „Das ist so akkurat abgeschnitten, das stellt sich jemand in den Garten.“ Eigentlich recht auffällig. Denn die Statue ist im Urzustand 1,37 Meter hoch gewesen. Gegossen wurde sie von einem Fachbetrieb als Hohlfigur ähnlich wie ein Schoko-Nikolaus. Die Wandstärke betrug etwa 2,5 Zentimeter.

Weitere kleine Figuren von anderen Gräbern gestohlen

Friedhofsverwalter Schröer vermutet, dass der Diebstahl von langer Hand geplant war: „Ich denke, die laufen tagsüber über die Friedhöfe und gucken.“ Später seien die Täter dann mit einer Flex zurückgekommen: „Die gibt´s ja heutzutage mit Akku.“ Auch von anderen Gräbern seien kleinere Figuren gestohlen worden.

Eine Laterne habe – vermutlich beim Versuch, sie abzumontieren – Schaden genommen. Sogar eine Aluminium-Figur sei in Geisecke abgebrochen worden, wusste Werthmann. Und die habe trotz einer Höhe von 40 bis 50 Zentimetern höchstens einen Materialwert von zwei Euro. Normale Schrotthändler, die durch die Straße fahren, seien auch angehalten, Altmaterial von Friedhöfen gar nicht anzunehmen, sagt der Steinmetz. Wenn er seinen Schrott zu einer speziellen Schmelze bringt, müsse er sich ausweisen. Und der Rechnungsbetrag werde nie bar ausgezahlt, sondern überwiesen.

Ähnliche Vorfälle auch in Kamen und Bergkamen unterwegs

Nach den Erkenntnissen der Polizei sind die Friedhöfe der Ruhrstadt aber derzeit nicht im Visier von Metalldieben. „Das ist ein Einzelfall“, so Sprecherin Howanietz. In Kamen und Bergkamen habe es vor anderthalb Wochen aber mehrere Vorfälle gegeben.

Nach Vandalismus sahen am Wochenende auf dem Katholischen Friedhof an der Friedhofstraße auch etliche Gedenksteine und -herzchen aus, die samt Kerzen auf einer unbelegten Gruft verstreut waren. Doch die Friedhofsgärtnerei Knostmann, die die Anlage pflegt, konnte beruhigen. Der Schmuck sei nur von jemandem bei der Grabpflege beiseite gelegt worden: „Es ist weder etwas gestohlen noch zerstört worden.“

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