Stadtschützenkönig Dirk Hanné (v.l.) enthüllte ein ganz besonderes Geschenk für Rüdiger Sokolowsky, den Vorsitzenden des Bürgerschützenvereins: eine historische „Nagelkette", wie sie der legendäre Schützenkönig Erich Nagel einst erfunden hatte. © Reinhard Schmitz
Bürgerschützen Schwerte

Diesen Schwerter Verein gibt es seit 585 Jahren: Feier mit Nagel und Hula-Hoop

Eine Fahnenspitze verrät: 1436 wurde der Bürgerschützenverein Schwerte gegründet. Coronabedingt wurde das mit einem Sommerfest gefeiert. Als Geschenk gab es einen Nagel mit viel Geschichte.

Ein langer Eisennagel als Schmuckstück an einer kunstvoll gefertigten Kette. Ein ganz besonderes Stück mit Geschichte enthüllte Stadtschützenkönig Dirk Hanné in einer Schatulle.

Schließlich galt es, dem Bürgerschützenverein Schwerte von 1436 zu einem außergewöhnlichen Geburtstag zu gratulieren: Der Traditionsverein konnte am Samstag (21.8.) sein 585-jähriges Bestehen feiern.

Eisenwarenhändler Erich Nagel machte den Nagel zum Königssymbol

Die dicke Chronik, die Vereinsmitglieder schon vor Jahren als Fleißarbeit geschrieben hatten, hatte Dirk Hanné in Vorbereitung seines Besuchs ganz aufmerksam gelesen. Nicht nur das Kapitel von der alten Fahnenspitze, die das Gründungsjahr verrät, und von dem Wechselbad aus Verboten und Wiederzulassung in der Preußenzeit.

Vor allem angetan hatte es ihm die Passage über den Schützenkönig von 1959, den Eisenwarenhändler Erich Nagel.

In seinem Schützengarten in der Anlage Im Reiche des Wassers feierte der Bürgerschützenverein Schwerte sein 585-jähriges Bestehen mit einem Sommerfest.
In seinem Schützengarten in der Anlage Im Reiche des Wassers feierte der Bürgerschützenverein Schwerte sein 585-jähriges Bestehen mit einem Sommerfest. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Er schien mit mir einiges gemeinsam zu haben“, sagte Dirk Hanné: „Wegen seiner kleinen Statur musste er sich immer mit der schweren Königskette abmühen.“ Das habe ihn auf die Idee gebracht, den „Nagelschen Hausorden“ zu erfinden. „Ich denke, er sah so aus“, erklärte der amtierende Stadtschützenkönig, als er seinen selbst gefertigten Nachbau an den Vereinsvorsitzenden Rüdiger Sokolowsky überreichte.

Zusammenarbeit mit dem Oberschicht der Nachbarn wird verstärkt

Beim 500-jährigen Bestehen war – wie Dirk Hanné in seiner Rede erinnerte – die Stadt „mit Fahnen geschmückt wie nie zuvor“. Jetzt erlaubte die Corona-Pandemie weder Schützenfest noch Ausmarsch. Doch davon ließ sich der Verein die Jubelstimmung nicht verderben und hatte stattdessen zum Jubiläums-Sommerfest in seinen Schützengarten in der Anlage Im Reiche des Wassers eingeladen.

„Lassen wir uns unseren Optimismus für die Zukunft nicht nehmen“, rief Rüdiger Sokolowsky in seiner Begrüßung auf: „Lasst und trotz Corona die Tradition bewahren.“

Auch Bürgermeister-Stellvertreter Hans Haberschuss (l.) und Oberschichtmeisterin Jutta Kriesten (r.) waren gekommen, um den Bürgerschützen zu ihrem 585. Vereinsjubiläum zu gratulieren.
Auch Bürgermeister-Stellvertreter Hans Haberschuss (l.) und Oberschichtmeisterin Jutta Kriesten (r.) waren gekommen, um den Bürgerschützen zu ihrem 585. Vereinsjubiläum zu gratulieren. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Dazu gehört auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit einer weiteren traditionsreichen Vereinigung, den Schwerter Nachbarschaften. Als deren Vertreterin saß Oberschichtmeisterin Jutta Kriesten mit an den Tischen und hatte als Gastgeschenk ein fast druckfrisches Exemplar des neuen Schwerter Sagenbuchs mitgebracht. Die Glückwünsche von Rat und Verwaltung der Stadt überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Hans Haberschuss.

Am Abend gab es Hula-Hoop-Tänze

Mit Kaffee und Kuchen und später bei Spezialitäten vom Grill und selbstgemachten Salaten wurde noch lange gefeiert. Der befreunde Schützenverein Iserlohn-Dördel rückte mit seiner Kapelle „Sounds of Sauerland“ an.

Und dann gab es etwas, was die Schützen in 585 Jahren wohl noch nie erlebt haben: Die Künstlerin Carmen La Tanik tanzte mit dem Hula-Hoop-Reifen, um gleichzeitig beste Werbung zu betreiben für das Festival Welttheater der Straße am kommenden Wochenende.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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