Drei-Meter-Maschine fährt nur geradeaus

WANDHOFEN Erst kommt das Vorderrad. Dann die Chromgabel und dann lange nichts. Über drei Meter misst das Motorrad, das Dabby Leibner selbst zusammengebaut hat. Obwohl sie sogar eine TÜV-ZUlassung hat, steht die Maschine allerdings zur Zeit in einer Kellerbar.

von Von Heiko Mühlbauer

, 23.07.2007, 16:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und auch wenn auf dem Getriebe Harley-Davidson eingeprägt ist: Die legendäre US-Motorradschmiede hat von diesem Chopper bislang nur den Motor gesehen. Danny Leibner hat seine Maschine selber zusammengebaut. Liebevoll und detailverliebt: Spezial-Vergaser, Luftfilter, Auspuffanlage – nichts ist original. Selbst der Tankdeckel, der sich in den Tank versenken lässt, ist ein kleines mechanisches Wunderwerk. Und sogar der Schlüsselkopf wurde abgefräst und stattdessen ein verchromter Totenkopf aufgesetzt. Die meisten Extras hat der gelernte Kfz-Mechaniker selber gebaut.

Große Schwäche des Eigenbaus ist die Kuvenlage

 

„Mein Glück war, dass ich den Rahmen und den Motor zusammen gekriegt habe“, erklärt er. Der Rahmen besteht aus Stahl. „Das nennt man Schweden-Stile“, erläutert Dani und schließt grinsend an: „Weil die in Schweden kilometerlange gerade Straßen ohne Kurven haben.“ Denn wenn der Eigenbau eine Schwäche hat, ist es die Kurvenlage. Schon alleine deshalb, weil die beiden Räder soweit auseinander stehen. Aber ist dem Eigentümer ohnehin egal. „Die Maschine ist zum Cruisen“, betont er. Zum Rasen sei das Gerät viel zu schade. Und der 90 PS Twin-Cam-Motor beschleunigt den Chopper ohnehin allenfalls auf moderate 160 km/h. Der Eigenbau ist nicht die erste Harley des Motorradfans. Eine Fatboy ist er schon gefahren und zuletzt die wassergekühlte V-Rod. „Doch das war kein echtes Harley-Gefühl“, meint er. Und bevor es zur Harley reichte, hatte der 47-Jährige andere Motorräder. Manchmal auch mehrere gleichzeitig.

Einzelteile stammen aus dem Zubehörhandel

Die meisten Einzelteile seines Neubaus hat sich der Bastler im Zubehörhandel besorgt und dann eingebaut. Nur für die Lackierung konsultierte er einen Air-Brush-Experten, der aus dem Tank ein kleines Kunstwerk machte. „Rund 25 000 Euro ist die Maschine jetzt wert“, schätzt der Inhaber. Eine TüV-Zulassung hat der Chopper auch. Das einzige, das Dani Leiben im Moment noch zum Glück fehlt? Dass er das Motorrad auch fahren kann. Denn das geht aus gesundheitlichen Gründen momentan nicht. So lange steht die Maschine in seiner Kellerbar.

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