Drogenhandel in Schwerte: Die meisten Kunden waren Scheinkäufer der Polizei

rnLandgericht Hagen

Ein 26-jähriger Mann aus Schwerte soll mit kiloweise Marihuana gehandelt haben. Vor dem Hagener Landgericht wurde bekannt: Die meisten Kunden sollen Scheinkäufer der Polizei gewesen sein.

Schwerte

, 07.05.2019 / Lesedauer: 2 min

Sie nannten sich Heidi und Benni und umgarnten den Angeklagten laut Staatsanwaltschaft regelmäßig mit neuen Anfragen. Während Heidi eher die kleinen Geschäfte bevorzugt haben soll, stieg Benni offenbar gleich ganz groß ein. Und wenn es stimmt, was in der Anklageschrift steht, dann ging der 26-Jährige auf die Ideen der Polizeispitzel bereitwillig ein.

Zwischen Ende 2017 und September 2018 sollen mehr als drei Kilo Marihuana durch die Hände des Schwerters gegangen sein. Ein Großteil der Drogen gelangte jedoch nie tatsächlich auf den illegalen Markt, sondern wurde von der Polizei sichergestellt.

Drogengeschäfte als Familienunternehmen?

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die Drogengeschäfte des 26-Jährigen nach Art eines Familienbetriebes organisiert waren. Der Angeklagte sei für den Einkauf, seine Mutter für die Verwaltung des Geldes zuständig gewesen. Und dann gab es da offenbar auch noch einen Bruder des 26-Jährigen. Dem soll die Aufgabe zugefallen sein, die bestellten Drogen an die Kunden zu liefern.

Bei einer dieser Übergaben wurde der Bruder im Frühjahr 2018 festgenommen. Benni hatte gerade ein Kilo Marihuana in Empfang genommen, als mehrere Polizisten aus ihren Verstecken sprangen und den mutmaßlichen Kurier auf frischer Tat festnahmen. Das Familienunternehmen soll von dem Wegfall des einen Mitglieds jedoch nicht sonderlich beeindruckt gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft gingen die Drogengeschäfte auch nach der Inhaftierung des Bruders in gleicher Intensität weiter.

Bandenabsprache wird bestritten

Die Anklage lautet auf bandenmäßigen Drogenhandel. Genau das wird von dem 26-Jährigen jedoch bestritten. Schon im Vorfeld des Verfahrens hat Verteidiger Christian Simonis dem Vorsitzenden Richter mitgeteilt, dass „hinsichtlich der Bande ein Geständnis eher nicht zu erwarten“ sei.

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