Ein geplatzter Hydraulikschlauch löste den größten Brand 2018 aus

rnJahresrückblick 2018

Flammen schlugen am 16. August zehn Meter hoch aus einer Filteranlage der Gießerei Hundhausen. Der einzige Leichtverletzte bei dem Unglück war ein Feuerwehrmann.

Schwerte

, 04.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gewaltige schwarze Rauchfahne stand so bedrohlich über der Stadt, dass sogar besorgte Autofahrer von den vorbeiführenden Autobahnen A1 und A45 unverzüglich den Notruf der Polizei anwählten: Der größte Brand des Jahres ereignete sich am Morgen des 16. August in der Gießerei Hundhausen hinter dem Schwerter Bahnhof.

Um ihn zu bekämpfen, mussten in Windeseile 70 Feuerwehrleute aus fast allen Ortsteilen zusammengetrommelt werden.

Als die Retter vor Ort eintrafen, loderten die Flammen schon zehn Meter hoch aus einer Filteranlage in einer Halle, in der Maschinen für die Metallschmelze und die Gießerei installiert sind. Wie die Brandermittler der Polizei, die noch am Tag des Brandes ihre Arbeit aufnahmen, feststellten, war das Unglück auf eine technische Ursache zurückzuführen.

100 Quadratmeter haben gebrannt

Ein defekter Hydraulikschlauch – so hieß es – habe das Feuer ausgelöst. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass sich Hydrauliköl entzündet habe. Es brannte schließlich auf einer Grundfläche von rund 100 Quadratmetern.

Mit einem massiven Löscheinsatz konnte die Feuerwehr aber ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindern. Aus fünf dicken Strahlrohren ließen die Retter pro Minute jeweils 200 bis 400 Liter Wasser herausschießen.

Um sie zu versorgen, wurde eine Schlauchleitung bis zu einem Hydranten am Holzener Weg gelegt. Weil dafür die wichtige Straßenverbindung vom Schwerter Norden in die Innenstadt vor dem Bahnhofstunnel gesperrt werden musste, kam es in diesem Bereich zu einem Verkehrschaos. Erst gegen Mittag war der Einsatz beendet, nachdem eine Wache auch die letzten Glutnester, die immer wieder aufflackerten, gelöscht hatte.

Eine Schlauchleitung wurde vom Holzener Weg bis auf das Hundhausen-Gelände verlegt. Die gute Wasserversorgung trug dazu bei, dass die Feuerwehr eine Ausbreitung des Brandes an der Filteranlage verhindern konnte.

Eine Schlauchleitung wurde vom Holzener Weg bis auf das Hundhausen-Gelände verlegt. Die gute Wasserversorgung trug dazu bei, dass die Feuerwehr eine Ausbreitung des Brandes an der Filteranlage verhindern konnte. © Reinhard Schmitz

Die Mitarbeiter der Firma Hundhausen waren zügig aus den Werksgebäuden evakuiert worden. Leichte Verletzungen zog sich dagegen ein Feuerwehrmann zu, dem Wasser ins Auge gespritzt war.

Wegen des Brandes musste die gesamte Produktion der Gießerei vorübergehend stillgelegt werden. In einzelnen Bereichen konnte nach der Freigabe durch die Feuerwehr aber noch am selben Tag die Arbeit wieder aufgenommen werden. „Es scheint, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind“, sagte der Unternehmenssprecher. Erste große Befürchtungen nach einem längeren Produktionsausfall bestätigten sich glücklicherweise nicht.

Am nächsten Tag lief die Prodution wieder

Bereits am Tag nach dem Unglück lief die Produktion in Teilbereichen wieder im Zwei-Schicht-Betrieb. Um personelle Überkapazitäten aufzufangen, bauten einige Mitarbeiter Überstunden ab oder legten ihren Urlaub um. Zwangsurlaub oder Kurzarbeit waren aber nicht vorgesehen. Und schon Ende August sollte die Produktion wieder hochgefahren werden.

Solidarität mit dem von dem Brandunglück betroffenen Unternehmen bewiesen benachbarte Firmen, Kunden und Schwesterbetriebe der Georgsmarienhütten-Gruppe. Sie alle boten ihre Hilfe für die traditionsreiche Gießerei an, die im Jahre 1914 von dem Kaufmann Walter Hundhausen in Gevelsberg gegründet und fünf Jahre später nach Schwerte verlagert worden war.

Derzeit stellten dort rund 530 Mitarbeiter hochwertige Gussprodukte her, die unter anderem in der Automobilindustrie, in der Bahntechnik und im Maschinenbau zum Einsatz kommen.

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