Ein Spitzel verriet den Schwerter Waffenhändler

Illegale Verkäufe belegt

Der vor dem Hagener Landgericht angeklagte Waffenhändler aus Schwerte ist von einem Spitzel beim Zollamt verpfiffen worden. Das wurde bei der Fortsetzung der Verhandlung bekannt. Wer den entscheidenden Hinweis gab, ist allerdings unklar.

SCHWERTE

20.06.2017 / Lesedauer: 2 min

Ein Zollfahnder bestätigte den Richtern als Zeuge, dass sich eine sogenannte Vertrauensperson im Oktober 2014 bei den Fahndern gemeldet hat. „Diese berichtete davon, dass der Mann aus Schwerte im großen Stil mit Waffen handeln würde, obwohl er keine Genehmigung mehr besitze“, sagte der Zollfahnder.

Die daraufhin eingeleiteten Nachforschungen hätten den Verdacht bestätigt. Schließlich setzten die Ermittler sogar durch, dass die Telefone des Angeklagten abgehört werden durften. Außerdem wurden an seinem Auto GPS-Peilsender angebracht. Ein zweiter Spitzel sollte außerdem noch herausfinden, ob der Mann aus Schwerte auch mit Maschinenpistolen und Sprengstoff handelte. In mehreren Gesprächen habe der 56-Jährige dies jedoch abgelehnt, sagte der Zeuge.

Der Fall
Im März 2015 hatten Polizei und Zoll die Wohnung des Geschäftsmannes in Schwerte-Westhofen durchsucht. Dabei waren die Ermittler auf mehrere hundert Pistolen und Schusswaffen gestoßen. Außerdem fanden sie mehr als zwei Tonnen Munition. Große Teile der scharfen Schusswaffen sollen nicht wie vorgeschrieben gelagert gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schwerter Geschäftsmann, der keine Lizenz mehr hatte, rund 190 illegale Waffenverkäufe vor – an Kunden in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern. 2013 hatte die Kreispolizeibehörde dem 56-Jährigen zwar nach Unregelmäßigkeiten die Verkaufserlaubnis entzogen. Weil das Geschäft gerade aber so gut lief, machte der Mann einfach weiter, gab er im Prozess zu.

Spitzel bleibt trotz Anfrage anonym

Die Verteidiger würden nun natürlich gerne wissen, um wen es sich bei dem anonymen Hinweisgeber handelt. Beim Zollamt beißen sie da jedoch auf Granit: „Ich darf ihnen nichts sagen, was Rückschlüsse auf die Identität zulassen würde. Das könnte die Person gefährden“, sagte der Zeuge.

Rechtsanwalt Andreas Trode stellte resigniert fest: „Wir sitzen hier und wissen nichts. Wir haben keine Chance, das Gesagte zu überprüfen.“ 

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