Einblick: So steht es um die Büdchen in Schwerte

20. August: Tag der Trinkhallen

Der Kiosk gehört fest zum Ruhrpott dazu. Deswegen feiern auch viele Budenbesitzer am 20. August den Tag der Trinkhallen. Wie sieht es aber in Schwerte aus? Wir fragten in den Schwerter Kiosken nach und haben erfahren, was heute anders ist als früher und wer die größte Konkurrenz ist.

SCHWERTE

, 18.08.2016, 11:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einblick: So steht es um die Büdchen in Schwerte

Yusuf und Reis Armut vom Kiosk auf der Goethestraße.

Der Kühlschrank brummt im Hintergrund, ein Ventilator pustet Luft durch den Raum, die Regale sind voll mit Plastikflaschen und Dosen mit glänzenden Etiketten. Mit der großen Eistruhe im Eingangsbereich und der Zigarettenwand hinter der Theke sieht es hier, im Kiosk in der Goethestraße, fast aus wie in einem Supermarkt – nur etwas kleiner und enger. „Es ist nicht mehr so einfach, seitdem die Supermärkte bis 22 Uhr geöffnet haben“, sagt Reis Armut, Angestellter beim Kiosk in der Goethestraße. Fünf Jahre hat er den Laden geleitet, vor drei Jahren übernahm sein Sohn Yusuf das Geschäft. Auch er kann bestätigen: „Am Kiosk ist es ein bisschen teurer und die Leute haben leider nicht mehr so viel Geld übrig.“

Discounter sind größte Konkurrenten

Montags bis samstags hat der Kiosk bis 22 Uhr geöffnet. Vater und Sohn wechseln sich im Laden ab. Lange Arbeitszeiten gehören zum Alltag eines Kioskbesitzers. Neben der Arbeit im Laden müssen sich die beiden auch um den Einkauf kümmern. In Großmärkten wie Metro oder Ratio besorgen sie ihre Waren. „Bei kleineren Stückzahlen liefert kaum noch jemand“, sagt Yusuf Armut. Außerdem müsse man mit Rabatten kalkulieren. Der 22-Jährige ist dabei manchmal noch auf die Hilfe und Erfahrung seines Vaters angewiesen.

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Eine Art Familienbetrieb ist auch der Kiosk in der Ostenstraße. Maria Krüger verkauft die Waren während ihr Mann das Geschäft führt. „Mit Angestellten würde es hier nicht gehen“, sagt sie. Seit zwei Jahren hat der Kiosk in der Ostenstraße, der mit Pausen schon seit den 50er-Jahren besteht, einen neuen Besitzer. „Erst lief es nicht so recht an, jetzt geht es aber gut“, erzählt Maria Krüger.

Im Gegensatz zu manch anderen Kiosken in Schwerte spüre sie die Konkurrenz zu den billigen Discountern nicht so stark. „Wir haben keinen in der Nähe. Deswegen kommen noch viele zu uns“, erzählt sie. In einer anderen Situation ist Dietmar Kummerow, der einen Kiosk am Rosenweg in Holzen besitzt. „Seit der Edeka in meiner Nähe gebaut wurde, sind die Einnahmen um die Hälfte zurück gegangen“, sagt er.

12-Stunden-Schichten

Mit den Preisen eines Discounters könne er nicht mithalten. Seit elf Jahren führt er den Kiosk am Rosenweg. Auch bei ihm ist der Tag lang. Von sechs bis 22 Uhr hat sein Kiosk geöffnet. Dass Dietmar Kummerow auch mal für mehr als zwölf Stunden hinter der Kiosktheke steht, ist keine Seltenheit für ihn.

Trotzdem gibt es auch gute Seiten im Beruf. So freut sich Dietmar Kummerow sehr, wenn er seine Stammkunden trifft. Und auch Kioskbesitzer Yusuf Armut sagt: „Trotz allem macht es Spaß. Man bekommt Kontakt zu den Menschen und kann mit ihnen gut ins Gespräch kommen.“


Am 20. August wird im Ruhrgebiet der Tag der Trinkhallen gefeiert. 50 ausgewählte Kioske planen Sonderaktionen mit Kulturprogramm oder Konzerten. Auf einer Karte sind alle Kioske, die bei der Aktion mitmachen, aufgezeichnet. Dort kann man auch mit einem eigene Büdchen vorschlagen.

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