Dr. Jörg Rimbach, Sprecher des Schwerter Ärztevereins, kritisiert die Aussagen von Jens Spahn, die bei vielen Impfwilligen zu Verunsicherung geführt haben. © Maximilian Stascheit (A)
Impfstoffe

„Einfach falsch“: Ärztesprecher kritisiert Jens Spahn und appelliert an die Schwerter

Bundesgesundheitsminister Spahn sorgte mit seinen Aussagen zur Deckelung der Impfstoffe für Verunsicherung. Der Schwerter Ärztesprecher kritisiert Spahn und verteidigt das Moderna-Präparat.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sorgte in den vergangenen Tagen mit seinen Aussagen bezüglich der Bestellobergrenzen für den Biontech-Impfstoff für Verunsicherung. In einem Schreiben an die Länder kündigte Spahn für die kommenden Wochen Begrenzungen für Bestellmengen des Impfstoffs an und warb bei den Auffrischungsimpfungen für das Präparat von Moderna.

Als Begründung gab der Gesundheitsminister an, dass viele der eingelagerten Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 verfallen. Für den daraus entstandenen Eindruck, dass man nur auf Moderna setzen würde, weil der Impfstoff sonst verfalle, erntete Spahn Kritik.

Aussagen führen zu Verunsicherung

Auch Dr. Jörg Rimbach, Sprecher des Schwerter Ärztevereins, steht den Aussagen von Jens Spahn kritisch gegenüber. „Die Aussagen sind einfach falsch und die Diskussion in allen Medien hat viele verunsichert“, so Rimbach. „Diese Verunsicherung hat die Impfbereitschaft der noch nicht Geimpften und aller Booster-Impflinge gebremst.“

Auch bei Patienten der Schwerter Arztpraxen habe der Ablauftermin der Moderna-Dosen zu Irritationen geführt. „Die meisten wollen nur Biontech, obwohl Moderna zum Teil sogar etwas besser ist. Beide mRNA-Impfstoffe lassen das Immunsystem gleichermaßen reagieren und sie schützen gut.“

Noch sei in allen Schwerter Arztpraxen genug Impfstoff beider Hersteller vorhanden. Ab nächster Woche gelte für Bestellungen der Präparate von Biontech dann eine Deckelung von insgesamt acht Ampullen pro Arzt. Aus einer Ampulle können etwa sechs Impfdosen gezogen werden. Für alle Impfwilligen werde der Biontech-Impfstoff demnach nicht ausreichen. Das Präparat von Moderna sei allerdings noch ausreichend vorrätig.

Um einer Bremsung der Impfkampagne in Schwerter vorzubeugen, appelliert der Schwerter Ärztesprecher an die Bürgerschaft: „Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern. Impfen ist jetzt elementar wichtig und eine Bürgerpflicht. Ihre Hausärzte und auch die mobilen Impfzentren erwarten Sie. Nutzen Sie diese Möglichkeiten.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer

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