Elsebad ohne Pommes und Eis? Dringend neuer Pächter für den Kiosk gesucht

rnBürgerbad in Ergste

Ein Elsebad-Sommer ohne Pommes, Eis und Cola? Die Verantwortlichen wollen das verhindern. Sie suchen einen Pächter für den Kiosk im Bad. Selbst können sie den Kiosk nicht mehr stemmen.

Ergste

, 29.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Unsere eigenen Kräfte sind erschöpft“, sagt Hartwig Carls-Kramp, einer der drei Geschäftsführer der Betriebs-GmbH „Gemeinnütziges Bürgerbad Elsetal“. Fünf Jahre ist es her, dass das Elsebad mit den damaligen Pächtern des Kiosks im Streit auseinanderging.

Seitdem managten die Ehrenamtlichen alles selbst: Sie schlossen 450-Euro-Verträge mit bis zu 15 Angestellten, stemmten manches über freiwillige Helfer, machten abends die Kasse, kauften ein, kümmerten sich um Lieferungen und um die Angebotspalette, boten sogar immer mehr an.

Viele junge Helfer arbeiten oder studieren jetzt

Doch jetzt sind zwei Probleme da: Erstens ist das Managen ein zu großer Aufwand geworden. Zweitens „haben wir keine Helfer mehr, die gegen Geld oder auch ehrenamtlich dran arbeiten wollen“.

Carls-Kramp wird konkreter: „Viele waren zwischen 18 und 23 Jahre und sind jetzt weggezogen, sind ins Studium oder in den Beruf gegangen.“ Und die Älteren, 65 oder 70 Jahre oder sogar älter – denen sei die Arbeit doch eigentlich nicht mehr zumutbar, „im Kiosk neben der Fritteuse zu stehen, im Sommer bei 40 Grad...“

Schon früher war der Kiosk verpachtet, erinnert sich der Geschäftsführer: „Zuerst war da ein junges Ehepaar und wir waren ganz zufrieden.“ Doch die Pächter mussten anderswo einem Familienmitglied gastronomisch unter die Arme greifen. Und Oma und Opa, die den Elsebad-Kiosk übernahmen, seien überfordert gewesen beim großen Ansturm bei 35 Grad.

Schweren Herzens habe man kündigen müssen, obwohl die Pacht immer gut bezahlt worden sei, so Carls-Kramp.

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Kasse, Koordination, Bestellungen – Eigenbetrieb zu aufwendig

Pächter Nummer zwei kam ebenfalls mit Unterstützung von Freunden und Familie, hatte große Pläne, stellte die Besucher zufrieden, aber nicht die Betreiber-GmbH. Das Geld floss nicht. Man traf sich vor Gericht. Und das Elsebad kam zum Schluss, man wolle sich zukünftig selbst um Pommes und Wurst, um Eis, Cola, Bier und Süßigkeiten kümmern.

„Es ist ein vollständiger Geschäftsbetrieb“, sagt Heike Papenmeier, die sich in den vergangenen Jahren bei der GmbH um die Kiosk-Abrechnungen kümmerte. Dieter Requardt, ebenfalls Geschäftsführer, unterstreicht: „Jeden Abend müssen die Kassenbestände geprüft werden.“ Und viel habe die Kollegin im Büro erledigen müssen: Manch einer der 450-Euro-Kräfte habe Vorschüsse haben wollen oder das Geld dann und dann. Diese Dinge hätten sich über die Jahre geläppert. „Eigentlich bräuchte man allein dafür eine Vollzeitkraft.“

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„Schnuckerkram“ und Getränke, Pommes und Wurst

Also ein Riesen-Aufwand für denjenigen, der den Elsebad-Kiosk am Ende der großen Liegewiese übernimmt? Nicht unbedingt, sagen die Verantwortlichen: Interessenten, die zu zweit oder dritt kämen, müssten so einen Aufwand doch gar nicht betreiben. Erst recht, wenn sie nicht noch dies und dies und dies anbieten würden – das sei in den vergangenen Jahren ja tatsächlich immer mehr geworden.

Carls-Kramp fasst zusammen, was die Gäste erwarten, was also auch der neue Pächter im Programm haben muss: „Es muss Schnuckerkram sein, es müssen Getränke sein und es muss Pommes und Wurst sein. Und wer er dazu noch andere Dinge anbietet, ist es seine Sache.“

Die Ehrenamtlichen im Elsebad sind fair. Carls-Kramp sagt auch deutlich: „Man kann nicht so viel Geld verdienen, dass man das ganze Jahr davon leben kann.“ 140 bis 150 Tage im Jahr – länger dauere die Saison nicht. Und jeder Tag ist abhängig vom Wetter: „Da kann man nicht so viel Geld verdienen, dass man das ganze Jahr davon leben kann. Das heißt: Man muss noch irgendwie etwas anderes haben.“

Elsebad ohne Pommes und Eis? Dringend neuer Pächter für den Kiosk gesucht

So ruhig und entspannt ist es beim Anbaden, aber nicht im Hochsommer. Dann bilden sich an den drei Fenstern lange Schlangen. © Reinhard Schmitz

Je mehr Besucher, desto höher die Pacht

Doch Fairness heißt auch, dass die Verantwortlichen sich dessen bewusst sind. Die Pacht sei sicherlich eher ein „symbolischer Betrag“. Requardt unterstreicht: „Was die Höhe angeht, würden wir den zukünftigen Pächter sehr entgegenkommen. Wir würden ein Angebot machen, das sich anlehnt an die Besucherzahl. Das heißt: bei niedrigen Besucherzahlen fast gar keine Pacht.“ Und an den heißen Tagen, bei 2000 bis 3000 Besuchern, die sicher auch Hunger und Durst haben, dann eben mehr.

Industrie-Spülmaschine, Fritteusen, weitere Ausstattung – alles sei da, unterstreicht Heike Papenmeier. In den vergangenen Jahren der Eigenregie habe man sich gut um die Ausstattung gekümmert. „Der Pächter braucht also nur reinzugehen. Es sind keine Anschaffungen nötig, keine Investitionskosten“, pflichtet Carls-Kramp bei.

Und selbst bei der Suche nach Mitarbeitern könne man Hilfe anbieten. Requardt sagt schon einmal, was er zukünftigen Pächtern auch sagen könnte: „Wenn du zwei oder drei Leute brauchst, frag den, frag den, frag den, die kommen dann mal tageweise.“

Daten

Die Saison 2020 im Elsebad in Ergste

Die Termine für 2020 hat das Elsebad schon festgelegt. Erster Öffnungstag: Sonntag, 19. April. Letzter Öffnungstag: Sonntag, 6. September. Offen ist das Bad – täglich von 9.30 bis 19.30, von Juni bis August sogar bis 21 Uhr. Und die Frühschwimmer dürfen wochentags mit Jahres- oder 10er-Karte auch schon von 5.30 bis 8.15 ins Bad. Jahreskarten sind zu um 10 Prozent ermäßigten Preisen ab Samstag, 30. November 2019, erhältlich, wie an den folgenden Samstagen auch von 10 bis 13 Uhr, im Geschäftszimmer des Elsebads oberhalb der Kasse. Für die Ausstellung der Karte ist ein Passfoto notwendig, ggf. kann man das Bild aus der Karte des Vorjahres herausschneiden. Ohne Foto kann zunächst aber ein Gutschein ausgestellt werden, den man später gegen eine richtige Karte einlösen kann. Am 30. November sollte eigentlich auch der Online-Vorverkauf starten. Bei der notwendig gewordenen technischen Umstellung der Seite ist es bei dem Shop zu unerwarteten Schwierigkeiten gekommen. Wahrscheinlich verzögert sich der Start des online-Vorverkaufs noch bis zum Anfang des neuen Jahres – das Team Elsebad bittet um Verständnis.
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