Eltern ärgern sich über Personalnot in der Kita Arche

Kinderbetreuung in Westhofen

Wer einen Kindergartenplatz hat, geht davon aus, dass der Nachwuchs dort bis zur verabredeten Zeit betreut wird. In der Arche in Westhofen klappt das aber in letzter Zeit immer weniger zuverlässig, klagen Eltern, die selbst als Betreuer einspringen mussten.

Westhofen

, 18.02.2018, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Miriam Wagemann und Annika Schulte ärgern sich über die Personalknappheit im Westhofener Kindergarten Arche.

Miriam Wagemann und Annika Schulte ärgern sich über die Personalknappheit im Westhofener Kindergarten Arche. © Heiko Mühlbauer

Vier Kinder hat Annika Schulte, und drei davon besuchten den Kindergarten Arche in Westhofen. Bislang war die Mutter auch immer sehr zufrieden mit der Einrichtung. Doch die jüngere Vergangenheit treibt sie gemeinsam mit anderen Eltern auf die Barrikaden. Denn in der Arche herrscht offensichtlich Personalnot – und das seit geraumer Zeit.

„Immer wieder mussten Eltern aushelfen“, berichtet auch Mutter Miriam Wagemann. Und selbst das reichte nicht. Die Betreuungszeiten konnten oft nicht eingehalten werden. Berufstätige Eltern mussten sich um Ausweich-lösungen kümmern. Außerdem wechsele das Personal ständig, stellten die Eltern fest.

Drei Gruppen gibt es in dem Kindergarten derzeit. Die Mond- und die Sonnengruppe für über Dreijährige, sowie die Wolkengruppe für die ganz Kleinen. „Bei denen funktionieren die Betreuungszeiten noch“, so Annka Schulte. Aber bei den größeren Kindern sehe das anders aus. Immer wieder hat Annika Schulte als Mutter in der Betreuung ausgeholfen. Das ging, weil sie noch einen Säugling hat und deshalb derzeit nicht arbeitetet.

Als man sie dann aber trotz einer schweren Erkältung fragte, ob sie nicht doch aushelfen könne, platzte ihr der Kragen. „Wir bezahlen ja auch weiter unsere Beiträge und das Mittagessen“, sagt Miriam Wagemann – auch dann, wenn man sich zusätzlich selber um Betreuung kümmern muss.

Eltern schalten Jugendamt ein

Am Freitagmorgen waren die Vertreter des Elternbeirates der Arche deshalb auch beim Jugendamt. Jugendamtsleiter Andreas Pap hörte sich die Probleme und Sorgen der Eltern an. Die Stadt ist zwar nicht Betreiber der Arche, das ist der evangelische Kirchenkreis Iserlohn, ist aber die zuständige Behörde, die für die Kindergartenbeiträge und die Vergabe der Plätze zuständig ist. „Wir erhalten von den Eltern jetzt noch einmal eine detaillierte Liste, wann Betreuungszeiten ausgefallen sind, und gehen damit dann auf den Träger zu“, so Pap.

Eigentlich müsste der Träger, der neun Einrichtungen dieser Art betreibt, über ausreichend Personal verfügen und auch Springer haben, die aushelfen könnten, so Pap. Er hofft auf eine einvernehmliche Lösung des Problems auf örtlicher Ebene. Wenn die nicht gelingt, kommt das Land ins Spiel, denn letztlich sei nicht die Stadt, sondern das Landesjugendamt für die Betriebserlaubnis und die Aufsicht von Kindertagesstätten zuständig.

Träger verweist auf Krankheitsfälle

Die Eltern ärgern sich aber vor allem darüber, dass Gespräche mit dem Träger bislang nichts gebracht hätten. Der meldete sich Freitag schriftlich auf unsere Anfrage zu Wort und schreibt von unvorhergesehenen Krankheitsfällen. „Das ist kein Einzelphänomen dieser Einrichtung, sondern hat auch andere Einrichtungen getroffen. Der Träger hat in dieser Situation eine zusätzliche Erzieherin eingestellt und Erzieherinnen anderer Einrichtungen des Trägerverbunds eingesetzt“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass durch die zahlreichen saisonal bedingten Krankmeldungen immer wieder Engpässe aufgetreten seien. Die freiwillige Mitarbeit von Eltern könne dabei ein Mittel sein, in dieser besonderen Situation die Betreuung ausreichend aufrecht zu erhalten.

„Wir bemühen uns, die Situation zu stabilisieren. Eine weitere Erzieherin wird ab dem 1. März im Kindergarten ,Die Arche‘ eingestellt“, so die Stellungnahme von Pfarrerin Merle Vokkert.

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