Eltern aus Geisecke ärgern sich: Wie sollen sie mit den Kindern über die Straße kommen?

rnGeisecker Talstraße/Buschkampsweg

Zu viel Verkehr, zu schnelle Autos und keine Möglichkeit, über die Straße zu kommen. Darüber ärgern sich Eltern aus Geisecke schon an Werktagen. Aber samstags sei es besonders schlimm.

Geisecke

, 17.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie gehen den Weg jeden Nachmittag, zumindest bei gutem Wetter. Ein leichter Weg eigentlich, auch für die Kinder. Es geht immer bergab, einmal quer durch den Schwerter Ortsteil Geisecke: von der Kita An der Ulme den Buschkampsweg hinunter, an der Ampelkreuzung quer über die Unnaer Straße, weiter geradeaus an der Geisecker Talstraße, vorbei am Gewerbegebiet Zwischen den Wegen mit Rewe, Aldi, Netto, Fressnapf, Zweirad Markgraf und anderen Läden.

Spätestens hier aber kommt das Problem für die Eltern und vor allem die Kinder: „Wir müssen die Straßenseite wechseln, aber das können wir nicht“, sagt Justyna Nagelschmidt. Zu viele Autos seien dort - und viele würden trotz des 30-Schildes am Straßenrand viel zu schnell sein.

Was man ja irgendwie auch erklären könne: Wer steil bergab fahre, müsse immer bremsen, um nicht schneller zu sein als 30 km/h. Und wer bergauf fahre, hole eben auch mal Schwung. Die Leidtragenden seien allerdings die Anwohner.

Eine Karawane von Kindern und Eltern auf 1,20 Meter Bürgersteig

Zusammen mit anderen Eltern will Nagelschmidt an diesem sonnigen Nachmittag demonstrieren, warum die Situation für Fußgänger in Geisecke so kompliziert ist: Vier Eltern und neun Kinder bilden auf dem maximal 1,20 Meter breiten Bürgersteig eine lange Karawane. Einzig an der Ampelkreuzung ist viel Platz.

Und spätestens an der Kreuzung zum Gewerbegebiet muss man links rüber.

Die Karawane muss ins Unterdorf, also weiter bergab, unter der Eisenbahnbrücke hindurch ins Wohngebiet - und zwischen Geschäften und Brücke gibt es rechts keinen Bürgersteig mehr.

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„Keine Chance, über die Straße zu kommen“ - auch für ältere Kinder nicht

Wenn es wenigstens eine Verkehrsinsel gäbe oder eine Querungshilfe, ärgert sich Jens Kotowski. „Oft hat man keine Chance, über die Straße zu kommen. Das ist auch für die älteren Kinder ein Problem.“

Die würden ja samstagmorgens auch gerne mal Brötchen holen gehen: wenige hundert Meter nur lang ist der Weg.

„Samstags hat man gar keine Chance“, pflichtet Justyna Nagelschmidt bei: „Selbst wenn man seinen größeren Kindern Freiräume geben und sie ab einem gewissen Alter alleine ins Einkaufsgebiet schicken will, ist ein sicherer Übergang nicht möglich.“

Samstags seien die Geisecker Talstraße und die Straße Zwischen den Wegen voll mit den Wochenend-Einkäufern. Und an Werktagen gebe es viele, die von Iserlohn nach Dortmund wollten oder umgekehrt, also von Rheinen nach Lichtendorf oder von Sölderholz nach Hennen.

Stadt Schwerte: „Wir gucken da jetzt mal genau hin“

Warum gebe es hier nichts, was Fußgängern das Überqueren erleichtere? Könne man nicht Verkehrsinseln oder Engstellen bauen, um die Autofahrer deutlicher zu Tempo 30 zu bewegen? Schon zwei Mal habe man im Rathaus angerufen und diese Fragen gestellt, erläutern Kotowski und Nagelschmidt: einmal letztes Jahr, einmal dieses Jahr.

Man sei dankbar für die Anregung der Bürger, erklärt Ingo Rous, der Sprecher der Stadt Schwerte: „Wir gucken da jetzt mal genau hin, ob man was tun kann, um die Situation zu verbessern - und falls ja: was man tun kann.“

Eine Sache indes darf die Stadt Schwerte nicht alleine entscheiden: Für Änderungen an der Ampelkreuzung müsste das Land NRW mit ins Boot. Denn die Unnaer Straße ist eine Landesstraße.

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