Endspurt für die erste Hälfte der neuen Autobahn-Brücke über die Sölder Straße

rnA1-Baustelle

13 LKW-Ladungen Beton wurden am Donnerstag auf den Überbau auf der nördlichen Seite der A1 in Schwerte gepumpt. Mit großen Schritten geht es dem Ende der Maßnahme Sölder Straße entgegen.

Lichtendorf

, 03.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Tieflader mit der neuen Erde muss warten. Der nächste Readymix-LKW hat es eiliger, über die provisorische Rampe vor die Betonpumpe zu rollen. So ein Gewimmel von Fahrzeugen und Männern wie am Donnerstag hat man selten gesehen auf der Brückenbaustelle der Autobahn A1 über die Sölder Straße. Den unangenehmsten Arbeitsplatz hat der Trupp, der oben auf den Fertigteilplatten steht, die vor wenigen Wochen auf die Widerlager gelegt worden sind. Während hautnah, quasi nur durch die Leitplanke getrennt, die Sattelzüge in Richtung Köln vorbeidonnern, führen sie die riesige Tülle des Betonschlauchs über ein Geflecht aus Moniereisen. Mit insgesamt 130 Kubikmetern, der Füllung von 13 LKW-Ladungen, stabilisieren sie auf diese Weise den Überbau.

Trocknung dauert 28 Tage

28 Tage werden vergehen, bis die Schicht ihre Mindest-Tragfähigkeit erreicht. „Aber morgen können wir schon draufgehen“, sagt Carsten Freitag, der Bauüberwacher des Landesbetriebs Straßen NRW (Meschede). Dass seine Leute Fußabdrücke in der frischen Decke hinterlassen, ist dann nicht mehr zu befürchten.

Gefährlicher Arbeitsplatz: Während hinter der Leitplanke hautnah die LKW über die A1 donnerten, betonierten die Männer die Fahrbahn der neuen Brückenhälfte über die Sölder Straße.

Gefährlicher Arbeitsplatz: Während hinter der Leitplanke hautnah die LKW über die A1 donnerten, betonierten die Männer die Fahrbahn der neuen Brückenhälfte über die Sölder Straße. © Reinhard Schmitz

Noch im Mai - so plant Freitag - soll die Fahrbahn der neu errichteten, nördlichen Brückenhälfte nach dem Sandstrahlen und Grundieren ihre Abdichtung aus Schweißbahnen erhalten. Das verhindert, dass im Winter ein zerstörerisches Salz-Wasser-Gemisch eindringen kann: „Das ist der Tod für den Beton.“ Anschließend können zwei Lagen Gussasphalt für die Fahrbahn aufgetragen werden. Die Zeit drängt, denn „irgendwann nach den Sommerferien“ soll der komplette Verkehr der A1 mit allen Fahrstreifen auf die neu gebaute Brückenhälfte umgelegt werden, um auch die südliche Hälfte des maroden Altbauwerks aus den 1960er-Jahren abreißen und ersetzen zu können.

Alter Erdaushub nicht mehr verwendbar

Der genaue Termin hängt vor allem davon ab, wie sich das Wetter bis dahin hält.

So weit es in ihrer Hand liegt, schaffen Freitag und seine Kollegen aber alle Voraussetzungen für einen zügigen Baufortschritt. Schließlich soll schon im nächsten Jahr die Maßnahme komplett abgeschlossen sein. Mit der Zahl „2020“ steht es so schon in Beton gegossen auf der Stützwand.

Noch während der Betonarbeiten wird deshalb bereits der Boden der Böschung wieder angefüllt. Das Material muss LKW für LKW von anderen Baustellen frisch angeliefert werden. Denn die Erde, die zuvor beim Erdaushub ausgebaggert und zu einer Halde aufgetürmt worden war, konnte nicht wieder eingebaut werden. Wie Untersuchungen ergaben, war in früheren Zeiten Abraum aus dem Bergbau untergemischt worden. Und der hätte, um die nötige Tragfähigkeit zu gewährleisten, aufwendig mit Kalk und Zement vermischt werden müssen.

Freitag auf Samstag


Nächtliche Vollsperrung der Sölder Straße

Die Sölder Straße wird von Freitag, 3. Mai, um 20 Uhr bis Samstag, 4. Mai, um 11 Uhr im Bereich der Autobahnbrücke für den Verkehr gesperrt. In dieser Zeit wird zwischen den beiden Brückenhälften ein schmaler Streifen des alten Bauwerks abgeschnitten. Der Platz wird für die nächsten Bauschritte benötigt.
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