Entschieden: Ergster Grundschule muss umziehen

Hauchdünne Mehrheit im Rat

Die kleine Demo blieb am Ende vergeblich: In einer Sondersitzung beschloss der Rat der Stadt Schwerte am Montagabend mit hauchdünner Mehrheit den Umzug der Grundschule in Ergste von der Kirchstraße in das Gebäude der ehemaligen Förderschule an der Ruhr. Gegen die Meinung der Eltern.

ERGSTE

, 22.02.2016, 20:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am Eingang zum Ruhrtal-Gymnasium, in dessen Aula der Rat tagte, demonstrierten Eltern und Schüler gegen die Verlegung der Grundschule.

Am Eingang zum Ruhrtal-Gymnasium, in dessen Aula der Rat tagte, demonstrierten Eltern und Schüler gegen die Verlegung der Grundschule.

Hans-Georg Rehage betonte: „Auch wenn ich dafür keinen Applaus bekomme, die CDU spricht sich für den Standortwechsel aus.“ Die CDU will den alten Standort für Mehrgenerationen-Wohnen und als Zentrum für Vereine des Ortsteils nutzen. Vor allem hätten aber Besichtigungen mit Fachleuten gezeigt, dass die Schule an der Ruhr durchaus baulich geeignet sei, eine Grundschule aufzunehmen.

"Kurze Beine - kurze Wege"

Ursula Meise plädierte für einen gemeinsamen Antrag von SPD, WfS und Linken, nach dem eine Entscheidung noch einmal vertagt werden sollte und erneut Gespräche mit allen Beteiligten aufgenommen werden sollten. Eine Entscheidung könne man auch noch nach den Sommerferien fassen. Und SPD-Fraktionsvize Sebastian Rühling beschwor die langjährige Maxime in der Schulplanung: „kurze Beine – kurze Wege“.

81,7 Prozent der Eltern der Schule hatten sich gegen den Umzug ausgesprochen. „Für uns ist dieser Elternwille der Grundsatz unserer Entscheidung“, erklärte Dieter Reichwald von der Linken, die gegen den Umzugsbeschluss stimmten.

Verpflichtung: Schulraum einsparen

Der Umzug steht bei der Stadt unter der Überschrift der Haushaltskonsolidierung. Denn gegenüber der Landesregierung hatte man sich verpflichtet, Schulraum einzusparen. Da das Gebäude der nicht mehr benötigten Förderschule aber viel besser erhalten sei als das der alten Grundschule, hatte man den Umzug vorgeschlagen.

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Auf Antrag der WfS wurde in geheimer Abstimmung entschieden. „Vielleicht gibt es in den Fraktionen ja Mitglieder, die nicht mit ihrer Fraktion einer Meinung sind.“ Wahlkabine und Urne hierfür mussten kurzfristig aus dem Rathaus herangeschafft werden. Bevor es losgehen konnte.

Doch die geheime Abstimmung brachte offensichtlich keine Abweichler für die Gegner der Verlagerung. 20 der 36 Ratsmitglieder stimmten für die Verlagerung. 16 dagegen. Die Schule soll nun zum Schuljahr 2017/18 in das neue Gebäude umziehen. Bis dahin sollen aber noch Abstimmungsgespräche stattfinden.

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