Ergster ärgern sich über Müll im Pastoratswald

Illegal abgekippt

Das nostalgische Design der Bedienleiste mit dem „Constructa“-Schriftzug verriet: Die Waschmaschine, über die Bernd Westerhoff im Ergster Pastoratswaldes stolperte, musste schon lange tief unten im Siepen des Wannebachs gelegen haben. Der viereckige Klotz ist nicht der einzige Müll, den man im Ergster Wald finden kann.

ERGSTE

, 21.04.2017, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur das museumsreife Stück entdeckte der Kirchmeister der Evangelischen Kirchengemeinde Ergste, als er gemeinsam mit Revierförster Andreas Weber das gemeindeeigene Tannenwäldchen nahe der früheren Jugendherberge am Michaelisweg inspizierte. Ständig – so klagte er am Freitag – werde dort Unrat weggeworfen.

Zum Beispiel die Autoreifen, die ebenfalls aus dem Unterholz hochgeschleppt werden mussten zum Straßenrand. „Ich komme regelmäßig mit dem Lauftreff hierher“, berichtete Westerhoff: „Da finde ich immer wieder Müll.“

Auch Jürgen Dürhagen, Besitzer der ehemaligen Jugendherberge, konnte ein Klagelied von Nacht- und Nebelkippern an seinem Grundstück singen. „Anfangs habe ich den Müll immer weggebracht“, sagte er. Doch mittlerweile hat er resigniert: „So schnell können Sie gar nicht gucken, wie dort wieder etwas liegt.“ Ganz zu schweigen von unappetitlichen Hinterlassenschaften nächtlicher Sextreffen vor der Schranke, die die Zufahrt absperrt.

Von Moos bewachsener Autositz

Dass er im Wald auf Hinterlassenschaften aus der jahrzehntelangen Geländenutzung als Jugendherberge oder gar auf vereinzelte Weltkriegs-Relikte stößt, daran hat sich Dürhagen längst gewöhnt. Es vergeht kaum ein Spaziergang, von dem er nicht mit ein paar Metallteilen zum Entsorgen zurückkommt. Nur die Reste eines vermoderten Autositzes, die bereits tief in eine Baumrinde eingewachsen sind, lässt er als eine Art Kunstwerk unangetastet. Das zerfallende Schaumstoffpolster ist unter wucherndem Moos kaum noch zu erkennen.

„Teilweise sind in Geräten noch Betriebsstoffe, die der Umwelt schaden können“, erklärte Revierförster Weber. Beispielsweise das Kühlmittel in alten Kühlschränken.

Doch auch das Ablagern von Gartenabfällen im Wald sei nicht erlaubt. Denn damit könnten fremde Pflanzen wie das sogenannte Drüsige Springkraut oder der Riesenbärenklau eingeschleppt werden, die die einheimische Flora überwucherten: „Dann ist keine Naturverjüngung mehr möglich.“ Weil der Samen, der von den Bäumen fällt, keine Chance zum Keimen und Wachsen hat, kann sich der Wald nicht mehr von allein erneuern.

Zudem bleiben die Kosten für die Müllbeseitigung auf den Bürgern hängen, wenn Weber die Stadt um die Abfuhr bittet: „Die Allgemeinheit muss dafür haften.“

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