Ergster Jugendtreff bietet Freiraum für Jugendliche

ERGSTE Viel Raum für Kreativität und Freizeit bietet das Jugendzentrum in Ergste. Backen, Basteln, Bandproben - für jeden etwas dabei. Und für Mädchen gibt es etwas Besonderes.

von Von Felix Guth

, 10.09.2008, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eifrig ist die 12-jährige Viviane mit einem Stück Holz beschäftigt. „Basteln, Kleben, Malen, das mag ich. Und ich treffe dabei noch meine Freundinnen“, sagt sie und widmet sich wieder dem kunstvollen Bepinseln des Holzes. Sie ist manchmal sogar zweimal in der Woche da, wenn Elvira Würzebesser mit bis zu 20 Kindern werkelt. „Wir geben ihnen nichts vor, sondern lassen sie ihre Kreativität ausleben“, sagt Würzebesser. Eigene Ideen einbringen, selbst mitdenken – dies wird in Ergste gefördert. „Die Jugendlichen gestalten ihr Programm hier selbst mit“, erklärt Würzebesser.

Auf diese Weise entstand eine äußerst beliebte monatliche Klettergruppe, zwischendurch geht‘s zum Bowling oder auf kleine Ausflüge in die Umgebung. Einen Nachmittag für sich allein haben einmal im Monat die Mädchen. So wie am vergangenen Sonntag: Beim „Mädchencafé“ tummelten sich wieder 15 junge Frauen zwischen elf und 18 im Jugendzentrum. „Hier können wir das machen, was wir uns wünschen“, sagt eine 15-jährige Teilnehmerin. Kreativ gestalten, einfach nur rumsitzen und ablästern oder auch mal ein ernstes Gespräch führen – das „Mädchencafé“ ist über die Ergster Ortsgrenze hinaus beliebt. Jugendtreff-Leiter Klaus Stratmann ist ein engagierter Pädagoge, ein Freund klarer Worte und stets nachdenklich über die Umstände seiner Arbeit. „Die Politik macht viel zu wenig“, urteilt er. So stoße er mit seinen Mitarbeitern häufig an Grenzen, sowohl räumlich als auch wirtschaftlich. 

Nur ein Beispiel: der Proberaum, in dem seit der Eröffnung 1991 manche Schwerter Lokalgröße ihren Weg machte. Der Raum ist zurzeit wegen fehlender Belüftung nicht nutzbar, die Lösung zieht sich hin. Die Jugendlichen müssen improvisieren. „Das ist natürlich manchmal deprimierend. Aber wir haben ja nichts anderes“, sagt Tim (18), der mit „Murder Of The Moon“ seit zwei Jahren hier übt. Bis alles fertig ist, hilft man sich gegenseitig. Überhaupt treffen sich in Ergste viele vertraute Cliquen. Die Kids wirken ein bisschen wie eine große Familie. 

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