Erprobt unter Jumbo-Jets

VILLIGST Was donnernden Jumbo-Jets beim Landen standhält, sollte die Autokarawane auf der Iserlohner Straße locker ertragen. Ein neuartiges Verfahren stabilisiert die Betonplatten unter der Iserlohner Straße.

von Von Reinhard Schmitz

, 27.10.2008, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
An kniffligen Stellen wird das Geogitter von Bauarbeitern auf der 70 Grad heißen Bitumen-Emulsion ausgerollt, die der Tankwagen als Kleber versprüht.

An kniffligen Stellen wird das Geogitter von Bauarbeitern auf der 70 Grad heißen Bitumen-Emulsion ausgerollt, die der Tankwagen als Kleber versprüht.

Nimmermüde rollte eine Verlegemaschine das Material in 150 m langen Bahnen ab. Immer im Schlepptau des Tankwagens, der als Kleber vorweg eine 70 Grad heiße Bitumen-Emulsion auf die Betonplatten spritzte. Nur an den Enden mussten menschliche Hände eingreifen, um letzte Falten glatt zu ziehen. „Das sieht gut aus – wie ein Teppich“, lobte Heike Rumpel, stellvertretender Abteilungsleiter Bau beim Landesbetrieb Straßen NRW (Bochum). Dass der „Bodenbelag“ in Villigst zum Einsatz kam, ist eigentlich der Regie des Zufalls zu verdanken.

Gerade als der Betonplatten-Fund den Bauarbeitern Kopfzerbrechen bereitete, entdeckte Rumpel beim 3. Straßenverkehrskongress in Düsseldorf den Stand der Firma Huesker. „Er fragte: Was können wir machen?“, berichtete Theßeling. Bei einem Ortstermin fand man die Lösung – und der Anwendungsingenier gleichzeitig eine Refernzstraße für sein Material: „Bislang ist es in Deutschland nur auf kleinen Flächen eingesetzt worden, beispielsweise auf gepflasterten Siloflächen von Bauernhöfen.“

Die Blicke der Tiefbau-Experten wird die Iserlohner Straße deshalb wohl auch noch weiter anziehen, wenn das Geogitter am Mittwoch unter der Asphaltdecke verschwunden ist. Sofern das Wetter mitspielt, wandert die Baustelle dann am Montag auf die andere Fahrbahnhälfte. Mit demselben Verfahren soll auch sie bis Mitte November saniert sein. „Normalerweise wären wir längst fertig“, ärgerte sich Rumpel über die Überraschung mit den Betonplatten. Sie herauszureißen, hätte allerdings noch viel länger gedauert. 

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