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Erster Poetry-Slammer als Preisträger: Jan Philipp Zymny gewinnt Schwerter Kleinkunstpreis

rnSchwerter Kleinkunstpreis 2019

Jan Philipp Zymny hat den 28. Schwerter Kleinkunstpreis gewonnen. Für das Preisgeld hat er schon konkrete Pläne, von denen alle Kleinkunst-Fans profitieren sollen.

Schwerte

, 26.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Hintersinnige und auch derbe Sprüche, surreale Argumente und gekonnte Rhetorik: Für diese vielfältigen Eigenschaften in Verbindung mit ausgeprägter Schlagfertigkeit wurde am Freitagabend im Rahmen der 63. Schwerter Kleinkunstwochen der Poetry-Slammer, Autor und Kabarettist Jan Philipp Zymny (26) mit dem Schwerter Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Zum Sieger gewählt hatte ihn das Publikum für seinen Kleinkunstbeitrag „Kinder der Weirdness“ vom 24. März 2018.

„Dieser Preis ist bereits ein Traditionspreis sowie einer der ältesten und höchst dotierten Kunstpreise seiner Art in Deutschland“, erklärte Holger Ehrich, Leiter des Schwerter Kulturbüros und verantwortlich für die Organisation der Kleinkunstwochen: „Der Preis wird gemeinsam von der Stadt und der Sparkasse vergeben, gewählt wird der Sieger ausschließlich vom Publikum“.

In der mit über 300 Besuchern gut gefüllten Halle 3 der Rohrmeisterei überreichte Bürgermeister Dimitrios Axourgos unter großem Applaus die vom Westhofener Neonglasbläser Dietmar Finzel erstellte Leuchtskulptur an den Gewinner des 28. Schwerter Kleinkunstpreises. „Ein toller Preis“, freute sich Sieger Jan Philipp Zymny und verriet anschließend: „Er wird seinen Platz als Schreibtischlampe oder in meinem Wohnzimmer finden.“

Kleinkunstpreis als Leuchtturmprojekt für Schwerte

„Kulturell ist die Veranstaltungsreihe des Schwerter Kleinkunstpreises gemeinsam mit dem Welttheater der Straße eines der absoluten Leuchtturmprojekte für Schwerte“, sagte Dimitrios Axourgos. Den Geldpreis in Höhe von 5000 Euro gab’s von Ulrich Bartscher, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. „Ich freue mich ganz besonders, dass viele junge Besucher an den Veranstaltungen der Schwerter Kleinkunstreihe teilnehmen – eine tolle Entwicklung“, sagte Ulrich Bartscher.

Erster Poetry-Slammer als Preisträger: Jan Philipp Zymny gewinnt Schwerter Kleinkunstpreis

Mit dem Preisträger Jan Philipp Zymny (2.vl.) stießen Ulrich Bartscher (Sparkasse, v.l.), Bürgermeister Dimitrios Axourgos und Kulturbüro-Leiter Holger Ehrich an. © Foto: Manuela Schwerte

„Den Preis habe ich von Euch, meinem Publikum erhalten – ich bin stolz darauf“, bedankte sich Jan Philipp Zymny bei den Zuschauern. Und eine sinnvolle Anwendung zum Einsatz des Geldbetrages schwebt dem Künstler bereits vor: „Ich möchte einige meiner Auftritte im You-Tube-Format produzieren, damit möglichst viel Interessierte etwas davon haben. Und mein absoluter Traum wäre die Erstellung eines abendfüllenden Filmes – aber das sind Zukunftsvisionen“.

Das Dankeschön an das Publikum kam direkt nach der Preisverleihung: Jan Philipp Zymny stellte den Schwerter Zuschauern sein neustes Programm „How to Human“ vor. Schlag auf Schlag ging es in seiner typisch wortgewandten Art – Unterstützung mit kleinen Filmen und Bildern auf der Videoleinwand inklusive. Alles drehte sich um die Schlüsselfrage: „Wie ist man ein Mensch?“ Zymny springt in seinen Gedankengängen und den oftmals irrwitzigen Argumenten.

Veranstaltung mit hohem Spaßfaktor

So philosophierte er über geistesabwesende Reaktionen beim Telefonieren, über Klingeltöne in alten Nokia-Handys oder den Einsatz von Eselsbrücken im alltäglichen Leben: „Unnötige Gedichte kann ich mir merken, aber keine PIN-Nummern“. Mit mehr oder weniger sinnvollen Testfragen, wie: „Hatten Sie an der Einkaufsmarkt-Kasse schon mal das Gefühl, dass der nachfolgende Kunde Ihren Einkauf verurteilt?“, gelang es Zymny immer wieder, das gesamte Publikum in sein Programm einzubinden und fasste zusammen: „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind ein Mensch!“ Das Publikum bedankte sich bei Zymny mit viel Applaus sowie etlichen Zwischen- und Bravorufen – eine Veranstaltung mit hohem Spaßfaktor.

Zufrieden zeigte sich auch Holger Ehrich mit dem Abend und freute sich insbesondere über die finanzielle Zusage von Ulrich Bartscher von der Stadtsparkasse zur weiteren Förderung und Unterstützung der Schwerter Kleinkunstwochen – ein Abend mit guten Aussichten.

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