Es gibt mehr Kinder in Schwerte als erwartet

Kindergartenplätze

Der Trend war anders als die Prognosen. In Schwerte gibt es mehr Kinder als erwartet. Und das ist ein Problem, denn die Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Die Stadt muss und will reagieren - und greift deshalb auf einen besonderen Weg zurück.

SCHWERTE

, 15.03.2017, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kita-Kinder spielen.

Kita-Kinder spielen.

Wie will die Stadt Schwerte den Anspruch sicherstellen?

Mit Übergangsgruppen außerhalb der Kindertagesstätten will die Stadt den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz sicherstellen. "„Wir werden temporär andere Räume anmieten", erklärte Andrea Pap von der Stadtverwaltung.

Wie viele neue Plätze soll es geben?

Drei dieser Übergangsgruppen soll es ab Sommer geben – zwei südlich der Ruhr, eine nördlich. Damit könne man 50 bis 60 neue Betreuungsplätze schaffen. Allerdings werden parallel auch die Kindertagesstätten in Villigst, Ergste und am Westenort ausgebaut. Bei der Betreuung der Kinder, die jünger als drei Jahre alt sind, setzt die Stadt auf Tagespflege. Die bereits vorhandenen 125 Plätze würden um zehn weitere aufgestockt.

Warum ist das so wichtig?

Den Rechtsanspruch gibt es zwar bereits seit 2013, aber Ende vergangenen Jahres hat der Bundesgerichtshof die Lage noch verschärft. Er stellte nämlich fest, dass Eltern ohne Betreuungsplatz Schadensersatzanspruch zusteht. Zumindest dann, wenn sie dadurch erst später arbeiten können und die Kommune die Not an Plätzen selbst verschuldet hat.

Warum unterscheidet sich der Trend von den Prognosen?

Jahrelang gingen die Kommunen davon aus, dass es immer weniger Kinder gibt. Dieser Trend hat sich zuletzt umgekehrt und wird durch Flüchtlinge und in Schwerte durch die Ausweisung neuer Baugebiete noch verstärkt, sodass kurzfristig Kindergartenplätze nachgerüstet werden mussten. Am Montag wurde der neue Kindergartenentwicklungsplan im Jugendhilfeausschuss einstimmig beschlossen.

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