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Die Sparkasse Schwerte hat erklärt, dass sie ihre überalterten Überweisungsterminals im Herbst 2021 abschalten muss. Modernere Geräte gibt es aber durchaus auch für Sparkassen.

Schwerte

, 16.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Drei Überfälle auf die Automaten-Filialen der Sparkasse hat es in den vergangenen fünf Monaten in Schwerte gegeben - in Villigst, Westhofen und zuletzt Ergste. Dabei wurden mehrere Geldautomaten zerstört - auch ein SB-Terminal in Westhofen. Dadurch wurde bekannt, dass die Sparkasse offenbar lange nicht mehr in ihre SB-Terminals investiert hat.

Nutzerzahlen würden zurückgehen

Denn zunächst hatte die Sparkasse am 4. April auf Nachfrage erklärt, dass sie mit der Wiedereröffnung der Westhofener Filiale keinen Überweisungsterminal und Drucker mehr aufstellen würde. Nutzerzahlen hätten gezeigt, dass die Geräte nicht mehr stark genutzt würden. Konkrete Zahlen wollte die Pressestelle aber auf Nachfrage der Redaktion nicht nennen. Die Westhofenerin Gabi Weck startete eine Unterschriftenaktion, die innerhalb kürzester Zeit hunderte Schwerter unterzeichneten.

Das alarmierte offenbar die Sparkasse, die scheinbar mit so einem Kundenprotest nicht gerechnet hatte. „Wir haben verstanden“, hieß es in der Pressemitteilung am 12. April. „Da der Standardgerätetyp mittlerweile nicht mehr hergestellt wird, muss die Sparkasse improvisieren“, hieß es weiter. Daher werde man den Terminal aus der SB-Geschäftsstelle am Markt in den nächsten Wochen nach Westhofen umstellen.

Geräte bleiben nicht dauerhaft in Betrieb

Allerdings bleibe auch der - wie allen übrigen SB-Terminals der Schwerter Sparkasse - nicht dauerhaft in Betrieb. „Die auf den Geräten installierte Software ist veraltet. Ein Update auf eine aktuellere Version hilft auch nur bis zum 30.09.2021 weiter“, wird Vorstandsvorsitzender Ulrich Bartscher in der Pressemitteilung der Bank zitiert. „Der bundesweite Informatik-Dienstleister der Sparkassen bietet nach diesem Termin keine Unterstützung mehr für die vorhandenen Geräte an. Diese Terminals werden schlicht und ergreifend abgeschaltet.“ Viele Sparkassen und Banken würden die in die Jahre gekommenen Geräte gar nicht mehr ersetzen, da die technischen Möglichkeiten zur Steuerung der eigenen Finanzen via Smartphone mit Sparkassen-App oder über Internetfiliale wesentlich komfortabler seien.

„Nur für sehr alte Geräte gibt es keine Updates“

Wir haben bei der Finanz-Informatik, dem Informatik Dienstleister aller Sparkassen, nachgehört, wie es sich genau mit den Geräten und den Updates verhalte. Dort bestätigte man, dass es für bestimmte Geräte ab 2021 keine Updates mehr gebe - „diese sind dann aber wirklich schon viele Jahre alt“, so Florian Schleicher, Sprecher der Finanz Informatik. Üblicherweise würden die SB-Geräte (Geldautomaten, Auszugsdrucker, Serviceterminals) von der jeweiligen Sparkasse gekauft und auf dem Windows-Betriebssystem wird dann eine Software der Finanz Informatik betrieben.

Alle SB-Geräte, die so mit dem Banksystem OSPlus der Finanz Informatik zusammenarbeiten, müssen aktuelle Betriebssystem- und Sicherheitsupdates erhalten. Derzeit und noch bis zum 30.9.2021 erhalten auch Geräte mit Windows-7-Betriebssystem noch solche Updates. Viele der im Einsatz befindlichen Gerätemodelle könnten bis dahin auf Windows 10 aktualisiert werden, so Florian Schleicher. Einige Gerätemodelle seien aber technisch so alt, dass sie Windows 10 einfach nicht mehr unterstützen bspw. aufgrund von CPU- oder Speicherausstattung nicht kompatibel seien. Diese würden dann Ende September 2021 gesperrt.

Sparkasse Schwerte hat keine Windows-10-Geräte

Die Sparkasse ist offenbar ausschließlich im Besitz solcher veralteter SB-Terminals, wie Stefan Knoche am Montag auf Anfrage bestätigte. Wann die Geräte angeschafft wurden, konnte er nicht sagen, aber dass sie beim Kauf „auf dem neuesten Stand der Technik waren“. Das Betriebssystem Windows 7 ist seit Oktober 2009 auf dem Markt.

Laut der Finanzinformatik muss die jeweilige Sparkasse in diesen Fällen also entscheiden, ob sie bei den Herstellern neue Geräte kauft oder SB-Standorte schließt oder Windows-10-Geräte umverteilt. Die Hersteller bieten für jeden Gerätetyp (Geldautomaten, Auszugsdrucker, Serviceterminals, Kombinationen) aktuelle Modelle mit Windows-10-Unterstützung an, auf denen die Software der Finanz Informatik läuft, so Florian Schleicher. Jede Sparkasse entscheidet individuell über ihre Beschaffungs- und Einsatzstrategie für SB-Geräte.

In Schwerte hat man sich offenbar bisher nicht dazu durchringen können, modernere Geräte anzuschaffen. In Haltern zum Beispiel geht die Sparkasse davon aus, ihre moderneren Geräte auch über das Datum September 2021 hinaus weiter betreiben zu können. Warum das in Schwerte anders ist, will der Sparkassen-Vorstand am Donnerstag in einem Gespräch mit der Redaktion erklären.

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