Rasante Rollerfahrt mit Cannabis eines jungen Schwerter Vaters

rnAmtsgericht

Viel zu schnell war er mit dem Roller unterwegs. Einen Führerschein hatte er nicht dabei. Ein Schwerter (24) zog bei seiner Gras-Fahrt sämtliche Register.

von Sylvia Mönnig

Schwerte

, 07.11.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Angst, zu spät zur Arbeit zu kommen, ließ einen 24-Jährigen aus Schwerte alle Bedenken vergessen. Mit dem Roller inklusive Sozius, ohne Führerschein und mit viel zu hohem Tempo fuhr er der Polizei förmlich in die Arme. Vom Cannabis-Vorrat in seiner Tasche ganz zu schweigen. Das hatte Folgen.

Selbst Hafterfahrung und laufende Bewährung konnten den jungen Schwerter am Morgen des 7. Juli nicht bremsen – und das im wortwörtlichen Sinne. Mit knapp 70 Stundenkilometern bretterten er und sein Sozius mit dem Kleinkraftrad über die Hagener Straße.

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Die Fahrt fand ein jähes Ende – und bei der Polizeikontrolle kam nicht nur ans Licht, dass ihm die Fahrerlaubnis fehlte. Auch hatte er 1,3 Gramm Marihuana dabei.

„Ich war schon spät dran“

Drogenbesitz und Fahren ohne Fahrerlaubnis wurden dem 24-Jährigen nun in einem Prozess vor dem Amtsgericht vorgeworfen. Er entschied sich, die Karten sofort offen auf den Tisch zu legen. „Es ist auf jeden Fall richtig so“, nickte er die Anklagen regelrecht ab und fügte dann entschuldigend hinzu: „Ich war eilig. Ich war schon spät dran.“

Gemerkt, wie schnell er gefahren sei, habe er nicht. Aber er sah ein: „Ausnahmesituation kann man das nicht nennen. Ich habe es ja bewusst getan.“ Auch den Beamten vor Ort gegenüber zeigte er sich schon erstaunlich ehrlich. Ihnen offenbarte er, am Wochenende zuvor Cannabis konsumiert zu haben.

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Vor Gericht erklärte er dazu, das sei das erste Mal nach langer Abstinenzphase gewesen. Nun rühre er Drogen nicht mehr an, betonte er und erklärte sich gleichzeitig mit der Einziehung des Marihuanas einverstanden. „Ich will das gar nicht wiederhaben.“

Die Richterin fand in dem Kontext auch deutliche Worte für den jungen Vater: „Eines ist klar, Drogen und kleine Kinder vertragen sich überhaupt nicht.“ Der Angeklagte beteuerte daraufhin, dass es sich um eine einmalige Aktion gehandelt habe. Nun wolle er für seine Familie da sein und Verantwortung übernehmen.

„Eine dritte Bewährung gibt es nicht“

Geständnis, Reue und der Umstand, dass er den Roller zwischenzeitlich abgab, standen seiner Vorbelastung, der Zeit hinter Gittern und der laufenden Bewährung zum Tatzeitpunkt gegenüber. Der Schwerter erhielt eine tatsächlich letzte Chance.

Er wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung, 150 Sozialstunden, neun Monaten Sperrfrist zur Erteilung der Fahrerlaubnis und drei Monaten Fahrverbot für alle motorbetriebenen Fahrzeuge verurteilt.

Zweifel ließ die Richterin dabei allerdings nicht aufkommen: „Das geht so nicht. Das war jetzt noch einmal ein Schuss vor den Bug. Eine dritte Bewährung gibt es nicht.“ Ihr Gegenüber verstand, nutzte die Gunst der Stunde und akzeptierte das Urteil postwendend.

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