Familienvater (32) beim Cannabis-Anbauen erwischt

Reuevoll vor Gericht

Ein junger Familienvater aus Schwerte griff abends öfter mal zu einem Joint, um sich zu entspannen - ohne, dass seine Familie davon etwas mitbekam. Er wollte aber das Cannabis nicht auf der Straße kaufen. Also baute er den "Stoff" selbst an. Durch einen Zufall kam alles heraus.

SCHWERTE

19.03.2015, 17:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 32-jährige Schwerter zitterte am ganzen Körper, als er vor dem Hagener Amtsgericht erschien. Der Vorwurf: Er hatte eine Wohnungsplantage betrieben, wenn auch nur im kleinen Stil. Mit dickem Klos im Hals räumte der Mann das ein. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte er sich in einem abgeschiedenen Raum, der außerhalb seiner Wohnung lag, eine kleine Plantage eingerichtet. "Ich hatte keine Lust auf Straßendealereien. Und ich wollte auch meine Familie nicht in Gefahr bringen", so der Schwerter.

Defektes Equipment verriet den Familienvater

Seine Frau bekam von dem heimlichen Laster ihres Mannes nichts mit, weil er peinlichst darauf achtete, dass weder sie noch die Kinder in den Raum gelangten. Das nötige Zubehör zur Aufzucht und Pflege der Pflanzen wie Lampen und ein Gerät zur Bewässerung, bestellte der Mann im Internet. Weil die Bewässerung leck war, stand eines Tages der Flur unter Wasser und der Familienvater flog mit seiner kleinen Plantage auf. Seiner Frau alles beichten zu müssen, war für ihn noch das Schlimmste an der Situation.

Professionell handeln wollte der Schwerter nicht. Obwohl die Polizei rund 300 Gramm guten "Stoff" bei ihm fand. Er beteuerte: "Ich habe das Cannabis nur im kleinen Rahmen für mich angebaut. Ich war mir auch nicht darüber bewusst, wie viel das ergibt und was das für Folgen hat." Schnell waren sich alle Prozessbeteiligten darin einig, dass hier kein professioneller Dealer auf der Anklagebank saß. Das Amtsgericht glaubte dem bislang völlig unbescholtenen Mann und verurteilte ihn zu sechs Monaten auf Bewährung.

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