Zum Fastenbrechen wird ein roher Apfel empfohlen. Später am Tag kann man zudem einen Teller Kartoffelsuppe essen. © Carolin West
Selbstversuch

Fastenbrechen nach dem Heilfasten: Der erste Apfel war ein Gedicht

Für ihren Selbstversuch hat Redakteurin Carolin West das Heilfasten nach Buchinger gewählt. Hier nimmt sie Sie mit durch ihre Fastenkur. Diesmal: Fastenbrechen.

Sieben Tage Heilfasten – das war mein Plan. Am Ende sind es fünf Tage geworden. Allerdings nicht, weil ich es nicht länger durchgehalten hätte, sondern, weil ich erst später starten konnte als gedacht. Verlängern kam nicht infrage, da sich der Körper erst langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen muss.

Damit wollte ich lieber schonend anfangen und nicht an einem Tag, an dem ich einen Zumba- und Fitnesskurs leite. Deshalb habe ich – meinem ursprünglichen Plan wieder folgend – am Sonntag (3.10.) das Fastenbrechen in Angriff genommen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt dafür einen rohen Apfel und einen Teller Kartoffelsuppe.

Was soll ich sagen? Ein Apfel hat mir noch nie so gut geschmeckt. Und auch die Kartoffelsuppe sorgte für eine Geschmacksexplosion – als wären die Geschmacksnerven plötzlich aus dem Winterschlaf erwacht. Endlich wieder etwas zum Beißen zu bekommen (und seien es winzige Kartoffelstückchen) tat richtig gut.

Ich fühlte mich fit und gesund – außer beim Sport

Dabei habe ich mich auch während meiner Zeit mit „Flüssignahrung“ nicht schlecht gefühlt. Der fast vollständige Verzicht auf Zucker hat dazu wohl einen großen Beitrag geleistet. Lediglich die 30 Gramm Honig pro Tag und das Gemüsebrühe-Pulver enthalten etwas Zucker.

Auch andere Stoffe, die in Lebensmitteln vorkommen und uns nicht guttun, konnten bei diesem „Speiseplan“ nicht in den Körper gelangen. Im Gegenteil: Das Abführen mit Glaubersalz und das viele Trinken haben ihn durchgespült und sozusagen von innen gereinigt.

Das ist auch das Ziel des Heilfastens: Alles auf Null setzen. Wie eine Null habe ich mich allerdings auch in meinem Zumba-Kurs gefühlt – so fertig war ich noch nie. Aus eigener Erfahrung kann ich also sagen: Wer während des Heilfastens sportlich aktiv sein möchte, sollte ein moderates Training wählen oder „nur“ Spazieren oder Wandern gehen.

Würde ich noch einmal Heilfasten?

Ansonsten kann ich das Heilfasten nur empfehlen. Ein paar Tage ohne Essen lässt sich erstaunlich gut aushalten – auch wenn das Magenknurren etwas anderes vermuten lässt. Selbst in einer knappen Woche war meiner Meinung nach spürbar, wie der Körper entgiftet.

Dieses Gefühl lässt sich auch gut in die Zeit danach mitnehmen, wenn man das Heilfasten als Start in eine gesündere und / oder kalorienärmere Ernährung nutzt. Wenn man vorher gar nichts gegessen hat, kommt einem jede Mahlzeit königlich vor – das erleichtert die Ernährungsumstellung.

Ich persönlich kann zudem empfehlen, in einer Zeit zu fasten, in der man gut beschäftigt ist. Das lenkt vom leeren Magen ab. Und: Meine nächste Fastenkur – denn ich möchte das Ganze durchaus noch einmal machen – werde ich in eine wärmere Jahreszeit legen. Solche Eisfinger und -füße brauche ich nicht nochmal!

Wie Sie nach der Fastenkur mit einer gesünderen Ernährung durchstarten können, erfahren Sie im nächsten Artikel, der in den kommenden Tagen erscheint.

Heilfasten nach Buchinger

Die Fastentage in der Übersicht

  • Das Heilfasten nach Buchinger erfolgt in vier Schritten.
  • Am Tag vor der Fastenkur sollte die Kalorienzufuhr auf maximal 1000 Kalorien reduziert werden, um den Körper auf die kommenden Tage vorzubereiten.
  • Am ersten Tag erfolgt dann die Darmreinigung. Dazu werden 30 bis 40 Gramm Glaubersalz in einem Liter Wasser aufgelöst. Die Mischung muss innerhalb von 20 Minuten getrunken werden. 30 Minuten nach dem letzten Schluck sollten 500 Milliliter bis ein Liter Wasser nachgetrunken werden. Den restlichen Tag sollte ebenfalls nur Wasser oder ungesüßter Tee getrunken werden.
  • Während der Fastentage sieht der tägliche „Speiseplan“ so aus: 250 Milliliter zubereitete Brühe, 250 Milliliter Obst- oder Gemüsesaft (im Idealfall frisch gepresst), 30 Gramm Honig und mindestens 2,5 Liter Wasser oder ungesüßter Kräutertee.
  • Zum Fastenbrechen werden ein roher Apfel und ein Teller Kartoffelsuppe empfohlen. In den darauffolgenden Tagen kann die Kalorienzufuhr langsam weiter erhöht werden.
Über die Autorin
Redakteurin für Schwerte und den Dortmunder Süden
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
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Carolin West