Freies Feld unterhalb vom Wandhofener Friedhof wird zur Baustelle

rnBaustellen in Schwerte

Die nächsten Häuser sind ein ganzes Stück entfernt. Doch jetzt ist am Ortsrand von Wandhofen mit einer Baustelle begonnen worden. Was hat der Bagger auf dem Feld unterhalb vom Friedhof vor?

Wandhofen

, 21.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Doppelreihe schwerer Stahlplatten führt mitten auf das frischbestellte Getreidefeld unterhalb des Wandhofener Friedhofs. Dorthin, wo in der Ferne ein knallgelber Bauwagen und ein Dixiklo zu erkennen sind. Neben einem Gitterzaun, vor dem ein Schaufelbagger abgestellt ist. Für ihn wurde der eiserne Pfad in erster Linie gebaut. Nicht allein, damit seine Raupenketten nicht im vom Herbstregen aufgeweichten Matsch versinken. In erster Linie soll der fruchtbare Ackerboden geschont werden.

Ferngasleitung führt von Dortmund ins Siegerland

„Die Baustraße wurde verlegt, um Verdichtungseffekte zu vermeiden“, erklärt Helmut Roloff, Sprecher von Open Grid Europe (Essen). Das Unternehmen, das früher EON Gastransport hieß, zählt sich mit einem rund 12.000 Kilometer langen Netz zu den führenden europäischen Fernleitungsnetzbetreibern. Eine seiner Transportleitungen ist unter dem Feld neben der Hagener Straße verbuddelt. Es ist die sogenannte Südwestfalenleitung, die von Dortmund aus nach Wissen im Siegerland führt. „Sie geht auch durch Altena“, berichtet Helmut Roloff. Das Rohr, das ganze Städte und unzählige Fabriken mit der Heizenergie versorgen kann, ist im Durchmesser 70 Zentimeter dick. Ausgelegt, um einem hohen Druck von 16 Bar standzuhalten, wird des aktuell nur mit 7 Bar betrieben.

Gas transportiert die sogenannte Südwestfalenleitung von Open Grid Europe von Dortmund bis ins Siegerland.

Gas transportiert die sogenannte Südwestfalenleitung von Open Grid Europe von Dortmund bis ins Siegerland. © Reinhard Schmitz

Schwarzglänzend liegt die Metallröhre in der Grube, die der Bagger mitten auf dem Feld ausgehoben hat. „Wir nehmen in regelmäßigen Abständen Leitungskontrollen vor“, berichtet Helmut Roloff. Mitarbeiter in gelb-schwarzen Hubschraubern haben ein wachsames Auge darauf, dass innerhalb des Schutzstreifen entlang der Gastrasse keine illegalen Bauarbeiten geschehen. Mit einem Infratrot-Laser können sie bei der sogenannten Sichtbefliegung darüber hinaus sogar möglichen Gasaustritt messen: „Meistens sind es aber nur die Abgase einer Kuh, die wir mitkriegen.“ So empfindlich schlagen die Geräte aus.

Open-Grid-Sprecher: An der Stelle ist keinerlei Gas ausgetreten

Die Stelle auf dem Feld war bei einer solchen Überprüfung in den Fokus geraten. „Wir gucken sicherheitshalber mal drauf“, sagt der Open-Grid-Sprecher. Es sei dort keinerlei Gas ausgetreten. Aber man wolle sich die Kunststoff-Umhüllung anschauen, die als zusätzlicher Schutz um die Eisenrohre gezogen ist. Es gehe darum, ihren Zustand zu bewerten. Dabei würden Messwerte genommen, beispielsweise über die Wanddicke.

Arbeiten werden bestimmt noch zwei Wochen andauern

Eine Aluleiter ist an den lehmigen Rand der ausgehobenen Grube gelehnt, um zu dem Rohr hinabzusteigen. „Wir haben keine Probleme mit dem Boden“, erklärt Helmut Roloff erleichtert: „Er ist nicht übersättigt mit Wasser.“ Bestimmt noch zwei Wochen werde die Baumaßnahme dauern. Dann sollen die Geräte und die Eisenplatten-Straße wieder von dem Acker verschwinden.

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