Firmen-Chef und Familienvater – warum geht man dann noch in die Politik, Sascha Enders?

rnNeues CDU-Mitglied

Er ist 35 Jahre, Inhaber einer Firma und junger Familienvater. Und er will für die CDU in den Stadtrat. Wie kam es dazu? Und was will Sascha Enders eigentlich in Schwerte verändern?

Schwerte, Villigst

, 25.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wechselwähler sei er gewesen. „Ich habe schon oft CDU gewählt, aber nicht immer.“ Politisch interessiert sei er gewesen, vor allem an dem, was direkt in Schwerte passiere.

Doch dass Sascha Enders dann in die CDU eintrat, lag „eigentlich an einem doofen Zufall“, sagt er rückblickend. Im Sommer 2018 wollte sich die CDU-Fraktion seine Firma ansehen: Dreku in Villigst, wo es unter anderem Terassenüberdachungen und Carports gibt. Enders ist seit 15 Jahren in der Firma, seit knapp zwei Jahren nun Inhaber.

Bei Würstchen und Bier kam man ins Gespräch

Die Lokalpolitiker kamen im Rahmen ihrer „Fraktion vor Ort“-Reihe dorthin. Es gab eine Fraktionssitzung in der Dreku-Halle, aber auch einen lockeren Teil mit Würstchen und Bier. Man kam ins Gespräch. Und anschließend „bin ich immer mal wieder angesprochen worden, ob ich mir nicht vorstellen kann, in die CDU einzutreten.“ CDU-Fraktionschef Marco Kordt habe sich sehr darum bemüht.

Nun dachte Sascha Enders natürlich nach: die Firma zu führen, zuhause zwei kleine Kinder – zusätzlich noch Politik? Hätte er überhaupt Zeit dafür?

Entscheidend dafür, dass Enders schließlich eintrat, vor rund einem Jahr: „Ich habe gemerkt, du kannst ja wirklich mitwirken, wirklich mitbestimmen, kannst Anregungen einbringen. Du kannst hier in deiner Stadt, wo du lebst, nicht nur meckern, sondern kannst auch etwas dazu beitragen, dass gewisse Dinge angesprochen werden.“

Für ihn wichtig: Stadtentwicklung, Umwelt, Bildung, Sicherheit

Gebürtiger Schwerter sei er, „alter Ergster“, er kenne viele Leute hier, ob nun über Vereine, als Unternehmer oder als Kita-Vater – „und da kommt man halt ins Gespräch.“

Infrastruktur, Stadtentwicklung, Umwelt – das seien Themen, die ihn interessierten. Aber auch Bildung sei wichtig, eine familiengerechte Politik, mehr Angebote für junge Leute, „und Sicherheit natürlich“. Außerdem, so Enders weiter, „wissen wir mittlerweile, dass die Schulen dringend saniert werden müssen.“

Veränderung kann nur klappen, „indem du die Politik verjüngst“

Vor dem Eintritt in die CDU habe er sich „die eine oder andere Sitzung mal angeguckt als neutraler Beobachter“. Und dabei festgestellt: „Es ist schon Handlungsbedarf, das Durchschnittsalter der Politiker ist schon sehr hoch.“ Sicher: Es sei wichtig, auch Ältere dabei zu haben, ihre Erfahrung aus Jahrzehnten, die Hintergründe zu komplizierten Sachverhalten.

„Aber ich bin zu dem Entschluss gekommen: Wenn du etwas verändern willst in dieser Stadt, dann musst du auch die jungen Leute erreichen. Und das kann nur klappen, indem du die Politik auch verjüngst.“

CDU stellt Kandidatenliste im Januar 2020 zusammen

Ob es Enders tatsächlich in den Stadtrat schafft, entscheidet sich 2020. Im Januar stellt die CDU ihre Kandidatenliste zusammen. Im September sind dann Kommunalwahlen. „Ich stelle mich lieber etwas in den Hintergrund“, sagt Enders, „aber wenn es darauf ankommt, bin ich da. Dann stehe ich auch gerne vorne in erster Reihe.“

Zumal er der Meinung ist, dass sich etwas ändern müsse in der Stadt: „Insolvenzen hier, Leerstand da – ich sehe die Wirtschaft, vor allem den Einzelhandel in einer bedrohlichen Richtung.“

Er sei davon überzeugt, unterstreicht Enders, dass genügend Unternehmer nach Schwerte kommen würden. „Nur: Da muss die Strategie anders sein.“

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