Firmen-Einfahrt in Schwerte wird zur Freiluft-Galerie

Graffiti-Kunst

Stahlträger, die sich mit miteinander wie zu einer Kuppel verwinden. Futuristische Häuserzeilen, die in der Tiefe verschwinden. Fantastische Welten umgeben die Besucher, die in Schwerte durch die Passage an der Hörder Straße 2 zur Firma Gerüstbau Schulte in den Innenhof gehen. Wie das Kunstwerk aussieht, zeigt unsere Fotostrecke.

SCHWERTE

, 15.01.2016, 05:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Roberto Trementino (35) hat seine Graffiti-Kunst, von der er seit über zehn Jahren leben kann, selbst entwickelt.

Roberto Trementino (35) hat seine Graffiti-Kunst, von der er seit über zehn Jahren leben kann, selbst entwickelt.

Mit der Sprühdose hat Graffiti-Künstler Roberto Trementino die 13 Meter lange Durchfahrt in eine Freiluft-Galerie verwandelt. „Das ist schon phänomenal“, kann sich Firmenchefin Heike Schulte gar nicht sattsehen an den immer neuen Details.

Dabei wollte die Geschäftsfrau die Wände eigentlich nur weiß streichen lassen, nachdem sie mit ihrem Ehemann Bernd Schulte vor einem Jahr den früheren Gerüstbau Meininghaus gekauft hatte. Doch Ibrahim Zafer, Inhaber des Malerbetriebs Hoffmann, riet dringend davon ab: „Das wird sofort wieder beschmiert.“ Stattdessen plädierte er für die Graffiti-Gestaltung. Denn der Ehrencodex der Sprüherszene verbiete, fremde Werke zu beschädigen.

FOTOSTRECKE
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Graffiti-Künstler verschönert Firmensitz von Gerüstbauer

Roberto Trementino ist Graffiti-Künstler. In Schwerte vollendete er jetzt eine eher ungewöhnliche Auftragsarbeit. Ein lokales Gerüstbau-Unternehmen wollte seinen Firmensitz verschönert haben. Und Trementino hat sich etwas Passendes einfallen lassen. Wie sein Werk aussieht, zeigen wir in unserer Fotostrecke.
14.01.2016
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Nur wenige Passanten gehen ohne Blick an der künstlerische gestalteten Durchfahrt zum Innenhof des Hauses Hörder Straße 2 vorbei.© Foto: Reinhard Schmitz
Ganz unten an der Wand signierte der Künstler sein Werk mit "www.robertone-art.de".© Foto: Reinhard Schmitz
Viele Details gibt es auf den Graffiti-Bildern unter der Durchfahrt an der Hörder Straße 2 zu entdecken.© Foto: Reinhard Schmitz
Der Halogenstrahler ist nur aufgesprüht, aber wo versteckt sich die echte Leuchtstoffröhre? Zum zweiten Mal in seiner Karriere überhaupt gestaltete Roberto Trementino auch eine Decke.© Foto: Reinhard Schmitz
Vom holländischen Künstler MC Escher und seinen optischen Täuschungen ließ sich Roberto Trementino für sein Werk in Schwerte inspirieren.© Foto: Reinhard Schmitz
Roberto Trementino (35) hat seine Graffiti-Kunst, von der er seit über zehn Jahren leben kann, selbst entwickelt.© Foto: Reinhard Schmitz
Fünf Rottöne, acht Grautöne sowie Schwarz und Weiß verwendete Roberto Trementino für sein Graffiti.© Foto: Reinhard Schmitz
Begeistert von dem Werk von (v.l.) Grafftiti-Künstler Roberto Trementino sind Heike und Bernd Schulte.© Foto: Reinhard Schmitz
Viel aufwendiger als das eigentliche Sprühen war die Entwicklung des Gestaltungsentwurfes für die Einfahrt, über die Heike Schulte und Roberto Trementino immer wieder per E-Mail diskutierten.© Foto: Reinhard Schmitz
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„Da sprichst du mir aus der Seele“, war Heike Schulte sofort Feuer und Flamme. Zafer schlug auch den Künstler Roberto Trementino, 35 Jahre alt, vor, dessen Eltern 1933 an der Dortmunder Möllerbrücke die erste Eisdiele der Stadt („Majer“) eröffnet hatten. In einem ihrer Cafés erhielt der Autodidakt seinen ersten Auftrag – von einem Tierfutterladen. Mittlerweile gestaltet er Trafo-Häuschen für die Dortmunder Stadtwerke, ist für Wohnungsunternehmen und Handwerker tätig: „Seit zwölf Jahren verdiene ich mein Geld dadurch.“

20 Sprühdosen binnen 30 Stunden

Wie sich sein Stil vom naiven Malen hin zum Fotorealismus entwickelt hat, spiegelt die Durchfahrt in Schwerte wider. Wochenlang wurde an dem Entwurf gefeilt. Wurden Rohre und Gerüst-Kupplungen eingebaut, deren Zeichnungen Bernd Schulte zur Verfügung stellte.

Das eigentliche Sprühen dauerte dagegen nur knapp 30 Stunden. Fünf Rottöne, acht Grautöne sowie Schwarz und Weiß wurde auf die 3,65 hohen Wände und die Decke aufgetragen. Dazu reichten dem Künstler ganze 15 bis 20 Farbdosen. Sein Geheimnis sind ganz feine Sprühköpfe: „Die Düsen aus dem Baumarkt knallen viel zu viel Farbe raus.“

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