Flüchtlinge machen sich gut in der Rohrmeisterei

Lehrverträge in Griffweite

Sie kommen aus Ghana, Kenia, Pakistan, dem Irak und dem Iran. Schwerte markierte vor einiger Zeit das Ende ihrer Flucht. Inzwischen haben es die sechs zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht. Das haben sie der Rohrmeisterei zu verdanken, die dem Fachkräftemangel in der Gastronomie mit einem Flüchtlingsprojekt begegnet.

SCHWERTE

, 04.05.2016, 18:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flüchtlinge machen sich gut in der Rohrmeisterei

Bilder des Champions-League-Halbfinals zwischen Real Madrid und Manchester City.

Nach dem Start am 1. Februar wurde am Dienstag Halbzeit-Bilanz gezogen. Die jungen Männer arbeiten in der Küche, im Service und in der Veranstaltungstechnik und, so Rohrmeisterei-Chef Thomas Bäcker: „Sie stehen deutschen Auszubildenden in nichts nach.“

Sechs von einstmals sieben „Praktikanten“ sind immer noch am Ball und haben beste Chancen, ab August in ein festes Ausbildungsverhältnis übernommen zu werden. Die Rohrmeisterei will im Sommer nach Auskunft von Tobias Bäcker direkt die nächste Maßnahme zur Einstiegsqualifizierung anbieten.

Betrieblichen Sprachkurs organisiert

Die Vorgesetzten attestieren ihren Schützlingen Zuverlässigkeit, fachliche Eignung und Leistungsfähigkeit, halten lediglich die fehlenden Sprachkenntnisse für ein ernsthaftes Problem. Damit die neuen Mitarbeiter trotz ihrer wechselnden Arbeitszeiten in der Gastronomie die Sprache der neuen Heimat schnell lernen, hat die Rohrmeisterei selbst einen betrieblichen Sprachkurs organisiert und finanziert.

Dreimal wöchentlich lernen die angehenden Azubis jetzt Deutsch. Tobias Bäcker: „Hier sehen wir aber eigentlich eine Grenze des betrieblichen Engagements. Kleinere Betriebe könnten das kaum realisieren.“ Und es lohne sich auch nur, weil es hier gleich um sechs Sprachschüler gehe.

Bürokratische Hindernisse überwunden

Der Arbeitgeber räumt nicht nur sprachliche Hindernisse aus dem Weg: Michele Demant, bei der Bürgerstiftung für Recht und Finanzen zuständig, hat mit den und für die Flüchtlinge auch manches bürokratische Hemmnis überwunden: Sozialversicherung, Hartz 4, Krankenkasse, Ausländeramt – Deutschland hat da bekanntlich allerlei zu bieten.

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Gäste reagieren positiv

Krankenkasse, Ausländeramt, die Begriffe kennen die „Lehrlinge“ ebenso gut wie wichtige Begriffe aus Küche und Service. Auch Küchenchef Dirk Bangert ist mit der Verstärkung und ihrem Vorankommen zufrieden. Und wie Tobias Bäcker berichtet, reagieren auch die Gäste positiv auf die neuen Mitarbeiter der Rohrmeisterei, die ab dem Sommer vielleicht zum festen Mitarbeiterstamm gehören.

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